Eine Gruppe von Möbelfabrikanten aus Deutschland, Italien und Österreich will den Rahm vom deutschen Möbelmarkt abschöpfen und einen möglichst großen Teil der 95 Mark in ihre Kassen lenken, die westdeutsche Bürger jährlichfür Möbel ausgeben. Die „Gruppe M“ wird kauflustigen Bürgern in den dreihundert anspruchsvollsten Einrichtungshäusern Deutschlands ihre internationale Kollektion besonders billig anpreisen.

Die Möbelschreiner aus Ostwestfalen. Lippe, Etsdorf und Ravigo haben sich zur Kooperation gefunden, um gemeinsam die Tücken des Möbelgeschäfts zu überwinden. Gemeinschaftswerbung und intensive Marktforschung, eine einheitliche Geschäfts- und Absatzpolitik sowie rationelle Massenproduktion sollen den Erfolg sichern und die mitte’ständischen Möbelfabriken das Gruseln lehren.

Um den stagnierenden Umsatz – er liegt in der Bundesrepublik in diesem Jahr bei etwa 6 Milliarden Mark – anzukurbeln. propagierten die Fabrikanten einen möglichst raschen Modellwechsel. Nun werden manche Hersteller die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Die Gefahr wird immer größer, eines Tages auf teuren Serien sitzen zu bleiben.

Die neue Gruppe will sich dieser Gefahr nicht aussetzen. Man wird den Verbrauchern ständig den Puls fühlen. Beim Absatz soll der Großhandel übergangen werden. Die Lieferung wird direkt an ausgewählte Fachgeschäfte erfolgen.

Das Möbelprogramm reicht von Wohnungseinrichtungen „für den gehobenen Bedarf“ bis zu „Direktionseinrichtungen“ und Kleinmöbeln. Die Produktion wird aufgeteilt. Jedes Gruppenmitglied übernimmt die Herstellung bestimmter Teile des Gesamtprogramms. Durch die rationelle Fertigung sollen die Möbel billiger werden. izh