Wirtschaft

Die achte Plage

i us allen Bundesländern hieß es noch Anfang JHL August frohgemut: „Die Getreideernte wird diesmal a

Muß zahlen

eit dem Erhebungszeitraum 1965 haftet der Kommanditist für die Gewerbesteuer der Kommanditgesellschaft beschränkt bis zur Höhe seiner Einlage unmittelbar, jedoch dann nicht mehr, wenn die Einlage geleistet ist.

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DIE ZEIT

Stalin kontra Dubcek

Es wird einige Zeit dauern, bis die Welt erfährt, was wirklich hinter den Moskauer Vereinbarungen steckt: ein notdürftig kaschierter Rückzug der Sowjets und ihrer vier Satelliten aus dem verhängnisvollen Invasionsunternehmen oder die knapp verhüllte Unterwerfung der tschechoslowakischen Reformer unter die Fuchtel der Kreml-Orthodoxie.

Vergessen

Die Trauer über das, was den Tschechoslowaken angetan wird, hat Teilnahme und Interesse an dem, was in Biafra geschieht, überdeckt.

Der diktierte Kompromiß

Es war nicht die Stimme eines Siegers, die sich müde, mit schwerem Atem am Dienstagabend über die aus geheimen Atombunkern der Armee arbeitenden Sender des legalen tschechoslowakischen Rundfunks zu Wort meldete, als die Schicksalssymphonie Beethovens verklungen war – die Stimme Alexander Dubčeks.

Ein Kampf um Rom

Zum Beginn der Bischofskonferenz: Kardinal Döpfner zwischen Loyalität und Widerspruch

Augenschein in Ostberlin

Am Kurfürstendamm drängen sich Menschen an den Zeitungsständen. Im Zeitungskiosk des Bahnhofs Friedrichstraße, dem einzigen, der in dieser Gegend Ostberlins geöffnet ist, gähnt eine sonntagsmüde Verkäuferin.

ZEITSPIEGEL

„Keinerlei Erwägungen politischer, wirtschaftlicher oder strategischer Art und keine Motive, die sich auf die innere Lage eines Staates beziehen, können als Rechtfertigung einer bewaffneten Einmischung dienen.

„Wir wären nicht mehr sicher...“

Ostberlins Zeitungen meldeten nur die „tausendfache Zustimmung in der Republik“ zur Besetzung der Tschechoslowakei. Sie verschwiegen, was sonst noch geschah – in diesen Tagen in der DDR.

Die Macht der Ohnmächtigen: Eine Woche lang widerstanden die Tschechoslowaken der sowjetischen Weltmacht. Dennoch bleibt die Frage: War ihr Sieg ohne Waffen nur ein Sechs-Tage-Triumph?: "Ich verbeuge mich vor diesem Volk"

Sie konnten es so wenig glauben wie die Hiobsbotschaft eine Woche zuvor. Als die Prager am Dienstagmorgen in banger Erwartung aufwachten – nach der ersten Nacht, in der die sowjetischen Maschinengewehre geschwiegen hatten –, da erfuhren sie von ihren illegalen Rundfunksendern: Die Partei- und Regierungsdelegation ist aus Moskau abgeflogen.

Kein Kurswechsel

In Bonn ist dieser Tage viel von zerstörten Illusionen die Rede. Aber alle, die davon sprechen, wollen diese Illusionen nicht gehabt, sondern andere davor gewarnt haben.

Kälte im Kreml

Um ein Uhr nachts waren wir noch einmal die Ausfallstraße zum Flughafen Wnukowo entlanggefahren. Verkehrspolizisten, mehr als zu dieser Stunde sonst üblich, standen an den Kreuzungen.

Der verhöhnte Marx

Die jugoslawischen Herausgeber der Zeitschrift Praxis konnten in diesem Jahr unter den Teilnehmern ihres 5. Internationalen Kongresses in Korcula erstmals die beiden großen alten Herren des heterodoxen Marxismus, Ernst Bloch und Herbert Marcuse, begrüßen.

Moskaus Polizei-Kommunismus

1. Der einzige Grund – es gibt keinen anderen – für die hinterhältige und rechtswidrige Okkupation der sozialistischen Tschechoslowakei am 21.

Ihre Spur wird nicht untergehen

Die Tschechen und Slowaken: Arbeiter, Bauern, Intellektuelle, Kommunisten, Sozialisten, Männer und Frauen aller Berufe, Parteien und Konfessionen verteidigen in beispielloser Einmütigkeit das menschliche Gesicht des Sozialismus, ihre Freiheit und Menschenwürde.

Eine Renaissance der Allianz?

Der sowjetische Einfall in die Tschechoslowakei hat dem im Dämmerlicht dahinsiechenden westlichen Bündnis über Nacht zu einer unverhofften Renaissance verholfen.

Falkenflug in Vietnam

USA – Vietnam, UdSSR – ČSSR“, schrieben junge Tschechen an die Mauern von Prag. Und umgekehrt: Moskaus Vertreter im Weltsicherheitsrat sprach den Amerikanern wegen Vietnam das moralische Recht ab, sich über die Vorgänge in der Tschechoslowakei zu erregen.

Von ZEIT zu ZEIT

Der passive Widerstand der Tschechen und Slowaken gegen dieOkkupationsarmeen zwang die Kremlführung zur Anerkennung der legalen Regierungs- und Parteispitze in Prag.

Moskaus Anklage gegen Dubcek

„Die Revisionisten und die rechten Kräfte ... zogen die ganze Tätigkeit der KPC in den letzten zwanzig Jahren wahllos in den Schmutz, womit sie ihr das Recht, die Gesellschaft und den Staat zu leiten, absprachen.

Namen der Woche

Jan Muzik, ein junger tschechoslowakischer Diplomat, trat unversehens ins Rampenlicht des Weltsicherheitsrates, als er in Vertretung des abwesenden Prager UN-Botschafters das sowjetische Vorgehen gegen sein Volk anprangern mußte.

De Gaulles H-Bombe

Am Sonnabend gelang französischen Wissenschaftlern nach jahrelangen Versuchen endlich die Zündung einer Wasserstoffbombe. Ungeachtet massiver Proteste mehrerer Pazifik-Staaten gegen die Explosion auf einem Atoll bei Tahiti, feierte Staatschef de Gaulle die Explosion der Zwei-Megatonnen-Bombe als einen großartigen wissenschaftlichen, technischen und industriellen Erfolg für die Unabhängigkeit und Sicherheit Frankreichs.

Der wilde Konvent

Der in dieser Woche in Chicago tagende Parteikonvent der Demokraten trägt alle Züge des Außergewöhnlichen. Die 2622 Delegierten mußten aus Angst vor Unruhen der Farbigen, der Armen und der Jugendlichen hinter Stacheldraht, Panzern und Soldaten Schutz suchen.

Was nicht passieren durfte

Pavel Kohout, Dramatiker und Regisseur, ZEIT-Lesern unter anderem durch seinen Briefwechsel mit Günter Grass bekannt, der soeben auch als Buch erschienen ist („Briefe über die Grenze“, Christian Wegner Verlag, Hamburg), unter den kommunistischen Intellektuellen der ČSSR einer der führenden Anwälte des Reformkurses, wurde von der Besetzung seines Landes während eines Urlaubs in Italien überrascht.

Eine Literaturzeitschrift macht Politik

Alle Schriftstellerverbände des Ostblocks geben Wochenschriften heraus, deren Funktion nicht nur literatur-, kunst- und allgemein kulturkritisch ist, sondern eben politisch.

Die letzte Ausgabe der LL

Am Donnerstag, dem 22. August, dem zweiten Tag der Besetzung, erschien in Prag noch eine letzte Ausgabe der „Literárni listy“ – ein zweiseitig bedrucktes Blatt, aus dem wir hier die beiden wichtigsten Stücke in Auszügen drucken.

Aufruf

In der letzten Ausgabe der Literární listy, der Zeitschrift des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes, wurden Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle der ganzen Welt aufgerufen, die Tschechoslowakei in ihrer Krise nicht allein zu lassen.

Peter Handke:: Der Monopol-Sozialismus

In seinen Thesen zur sozialistischen Revolution und dem Selbstbestimmungsrecht der Nationen schreibt Lenin, der siegreiche Sozialismus müsse die volle Demokratie verwirklichen, folglich nicht nur vollständige Gleichberechtigung der Nationen realisieren, sondern auch das Selbstbestimmungsrecht der unterdrückten Nationen durchführen, das heißt das Recht auf freie politische Abtrennung anerkennen.

Max Frisch:: Wieder Kalter Krieg?

Die Anfrage: Und was sagt ihr jetzt, ihr von der Linken? ist berechtigt. Angst um persönliche Freunde, Ungewißheit, Nachrichten über ihre Verzweiflung, Hilferufe und dazu das Bewußtsein unserer Ohnmacht – wir sind verzweifelt.

Demokratie

VOJTECH MIHÄLIK, geboren am 30. März 1926 in Dolná Streda/Slowakei. Debüt als Lyriker 1947 mit der Gedichtsammlung „Anjeli“ (Engel): Der junge Mann sucht für einen flackernden Intellekt Sicherheit im Glauben.

ZEITMOSAIK

Die Aggressionen in Vietnam seien ein schändlicher Völkermord, „aber dies vermindert in keiner Weise die folgenschwere Bedeutung der sowjetischen Haltung gegenüber der Tschechoslowakei, und dies um so mehr, als es sich um ein verbündetes Land handelt“, urteilt der Philosoph Jean Paul Sartre.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT neunzehn kürzere und kürzeste Prosastücke sehr verschiedener Art, darunter ein Seitenstück zu dem Roman „Die Hornissen“, eine genaue Nacherzählung von Kafkas „Prozeß“ und von Sam Peckinpahs Western „Sacramento“, zwei verblüffende juristische Prüfungsfragen, einige exakte Notare aus einem Wartesaal, die „Ausbruch des Krieges“ überschrieben sind, und die Aufgabe des Lesers besteht darin, Titel und Text miteinander zu vereinbaren und sich zu fragen, was es bedeutet, daß diese Vereinbarung gelingt.

Was taugt Klabund heute?

Einer der vielgelesenen Schriftsteller der Weimarer Republik wird aufs neue präsentiert

FILMTIPS

„Das junge Mädchen“, von Luis Buñuel. „Der eiskalte Engel“, von Jean-Pierre Melville. „Jagd auf James A.“, von Mervyn LeRoy.

Jannis Ritsos

Am 21. April 1967 ließ das griechische Militärregime den neunundfünfzigjährigen Dichter Janis Ritsos verhaften und in das Konzentrationslager auf der Insel Jaros, später auf das der Insel Leros deportieren.

Fernsehen:: Kommentar-Bilder

Nur für Reporter Maegerlein war wieder einmal alles groß, die Gegnerin groß und groß der Kampf und der Favorit ohnehin groß – ansonsten nahm sich die mit dem 21.

Kunstkalender

Erstaunlich, das Spätwerk Picassos ist bisher noch nie isoliert gezeigt worden; es ging, auch auf der riesigen Pariser Hommage für den Fünfundachtzigjährigen, unter in der Fülle eines siebzigjährigen Schaffens.

Der Märchenkönig

Im Jahr 1881 besuchte König Ludwig II. den Neubau seines Schlosses Herrenchiemsee. Dabei entdeckte er in einem Teppich die weiß-blauen Rauten des bayrischen Wappens.

Zuckerberg

Wie kommt die EWG von dem Zuckerberg wieder herunter, der ihr zunehmend Kummer bereitet? Vorhandene und erst recht künftig drohende Überschüsse haben längst die Entwicklungsländer alarmiert, die selbst Zuckerrohr anbauen.

Verpaßt

In das Kapitel „verpaßte Gelegenheit“ hat der Aufsichtsratsvorsitzende der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Dr. Hans-Günther Sohl, die gescheiterten Fusionsverhandlungen zwischen Veba und GBAG eingeordnet.

Mittelstand

Vor fünf Jahren waren sie die Revoluzzer unter den Maklern und gründeten ihren eigenen Verein: den Verband Deutscher Makler (VDM).

Als die Sowjets einmarschierten...

Die Auskunft klang bestimmt: „Die Messe findet statt.“ Am Telephon war der Direktor der Brünner Internationalen Messe, die im Messekalender vom 8.

Manager auf der Anklagebank

Eine Stunde vor Mitternacht glaubte man den Ruhrbarden Jürgen von Manger durch den Lautsprecher zu hören: „Also ährlich, wolln mal sagen, is ja schon ganz schön spät geworden.

Der Deutsche trägt die kleinste Last

Bisher haben es nur die Engländer geschafft – bei ihnen hat sich im vergangenen Jahr ein Schuldenberg angehäuft, der selbst das Bruttosozialprodukt übersteigt.

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