Vor fünf Jahren waren sie die Revoluzzer unter den Maklern und gründeten ihren eigenen Verein: den Verband Deutscher Makler (VDM). Sie zeigten dem alteingesessenen, konservativen und wohlrenommierten Ring Deutscher Makler (RDM) eine lange Nase. Jetzt wollen sie fusionieren.

Im schwieriger werdenden Grundstücksmarkt haben sich Flexibilität und unkonventionelles Verhalten der ehemaligen Revolutionäre bewährt. Künftig sollen die Vornehmheit des RDM mit der Schlagkraft des VDM eine Vernunftehe eingehen. Ziel: Einfluß auf Legislative und Exekutive zwecks Schaffung eines Gesetzes, das den Zugang zum Maklerberuf erheblich erschweren und schwarze Schafe aussortieren soll.

Der bevorstehende Kampf um dieses Gesetz hat nicht nur altruistische Motive. Man sähe es überaus gern, wenn die Konkurrenz aus den eigenen Reihen eingeschränkt würde. VDM-Präsident Angermann, der wahrscheinlich dem fusionierten Verband präsidieren wird, will aber mehr: Er ist felsenfest davon überzeugt, daß die fusionierten Makler es lernen müssen, virtuos auch auf der Mittelstandsflöte zu blasen. Neben dem Bauern- und dem Gewerbeverband steht in deutschen Landen also nun die Gründung einer dritten Mittelstandslobby bevor. izh