Die Begründung für die Okkupation der CSSR

Aus einem „Prawda“-Artikel vom 22. August 1968:

„Die Revisionisten und die rechten Kräfte ... zogen die ganze Tätigkeit der KPC in den letzten zwanzig Jahren wahllos in den Schmutz, womit sie ihr das Recht, die Gesellschaft und den Staat zu leiten, absprachen. Die Führer des ZK der KPC haben... weiter zur Verwandlung der KPC in eine amorphe und unfähige Organisation, in eine Art Diskussionsklub beigetragen.

In der KPC begann man faktisch die wichtigsten Leninschen Prinzipien des demokratischen Zentralismus, der ideologisch-organisatorischen Einheit der Partei zu verletzen. Die Partei geriet auf die Schwelle der Legalisierung von fraktionistischen Gruppierungen, des Zerfalls in ‚autonome‘, locker miteinander verbundene Organisationen.

Klar zu erkennen war eine bestimmte politische Linie, die in ideologischpolitischer Hinsicht geschulten Kommunisten, die sich gegen die rechte Opposition entschieden wandten, aus dem aktiven politischen Leben auszuschalten.

Nicht weniger gefährlich für die Sache des Sozialismus in der Tschechoslowakei war auch der Umstand, daß die Führer der KPC ... die Kontrolle über die Mittel der ideologischen Einwirkung auf die Massen faktisch in die Hände der rechten, antisozialistischen Kräfte gegeben hat.

Wenn die führenden Funktionäre der CSSR die Überlegungen ihrer Freunde nicht berücksichtigen wollen, wenn sie nicht auf ihre Stimmen hören und mit ihnen nicht auf dem gleichen Weg gehen wollen, auf wen wollen sie sich dann orientieren?