Für das schweizerische Initiativkomitee für Rechtslenkung war die Umstellung des Verkehrs in Schweden ein interessantes Experiment – wenn das Ergebnis auch bedauerlich ist. Die Befürworter der Rechtslenkung bei Rechtsverkehr hatten vorausgesagt, daß nach der Umstellung in Schweden die Unfallzahlen steigen werden. Was inzwischen auch eingetreten ist. Früher fuhren die Schweden links und hatten Linkslenkung, jetzt fahren sie wie fast alle Europäer mit Linkslenkung rechts, und deshalb, so meint das Komitee, müssen die Unfallzahlen steigen.

Die Vorteile der Rechtslenkung bei Rechtsverkehr (entsprechend Linkslenkung bei Linksverkehr) sieht das Komitee in der „randnahen“ Lenkung. Bei Rechtsverkehr und Rechtslenkung orientiert sich der Autofahrer nach dem rechten Straßenrand. Die Linksneigung, heute bei fast allen Fahrern in Deutschland zu beobachten, wäre bei Rechtslenkung sicher geringer. Wenn alle Fahrer unmittelbar rechts fahren, wird die Straße breiter und der Verkehr weniger gefährlich.

Zweiter Hauptvorteil der Rechtslenkung: Die Autofahrer fahren beim Überholen dichter an den zu überholenden Wagen heran, weil sie rechts den Abstand besser einschätzen können. Für den Gegenverkehr wird die Straße breiter. Dieser Vorteil ist einleuchtend. Denn auf deutschen Landstraßen ist fast immer Platz für drei Fahrzeuge nebeneinander. Die gefährlichen Zusammenstöße beim Überholen würden häufig vermieden, wenn jeder so weit wie möglich rechts führe.

Freilich hat die Rechtslenkung auch Nachteile. Zum Beispiel: schlechte Sicht vor dem Überholvorgang. Bisher gibt es noch keine systematische Untersuchung. Das Initiativkomitee jedenfalls behauptet, daß mit der Umstellung auf Rechtslenkung die Unfallzahlen in Deutschland um die Hälfte fallen würden. rod.