Die Trauer über das, was den Tschechoslowaken angetan wird, hat Teilnahme und Interesse an dem, was in Biafra geschieht, überdeckt. Wer aber den Vorhang beiseite schiebt, sieht Bilder, wie nur die apokalyptischen Visionen sie heraufbeschworen. Nun ist auch Aba, die größte der drei letzten Städte, geräumt. Immer neue Flüchtlingsmassen, ohne Bleibe, ohne Nahrung, ohne medizinische Versorgung sind den Sturzbächen der Regenzeit ausgesetzt.

In Addis Abeba einigten sich beide Seiten grundsätzlich über einen Land- und einen Luftkorridor. Aber nun wird schon seit Tagen über die Modalitäten gestritten – derweil geht die militärische Eroberung weiter. Mit einer großangelegten Zangenbewegung ist die Zentralregierung dabei, den Rest von Biafra in zwei Teile zu zerschneiden.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Vier Flugzeuge wurden von Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland dem Internationalen Roten Kreuz für eine Luftbrücke zur Verfügung gestellt – eine Aktion, die jener Aufruf, der in der vergangenen Woche in mehreren europäischen Zeitungen veröffentlicht wurde, unterstützt hat. Uns gingen in einer Woche 5450 Unterschriften zu. Unter ihnen waren viele Namen, deren Veröffentlichung eine glanzvolle Liste ergeben hätte. Hier sei nur dankbar ein Telegramm erwähnt, mit dem Kardinal Frings den Appell unterstützt hat. Dff.