Der passive Widerstand der Tschechen und Slowaken gegen dieOkkupationsarmeen zwang die Kremlführung zur Anerkennung der legalen Regierungs- und Parteispitze in Prag. Für den Abzug der Besatzer wurde keine Frist gesetzt. Unter Tränen verkündeten CSSR-Präsidem Ludwig Svoboda und Parteichef Alexander Dubček ihrem Volk nach ihrer Rückkehr aus Moskau den harten Kompromiß mit der Sowjetunion.

Der Weltsicherheitsrat in New York gestattete ein Auftreten des tschechoslowakischen Außenministers Jiri Hajek und verweigerte die Teilnahme eines DDR-Vertreters.

Belgrad – Bukarest – Peking

Der rumänische Partei- und Staatschef Nicolae Ceausescu und sein jugoslawischer Nachbar Josip Broz-Tito stimmten ihre Verteidigungspläne aufeinander ab. China und Albanien verurteilten das Vorgehen der Sowjetunion als "barbarische Aggression faschistischer Art". Bukarest kündigte für den Fall einer sowjetischen Invasion bewaffneten Widerstand an. Die Volksrepublik China sagte Rumänien für diesen Fall Unterstützung zu.

Der italienische KP-Generalsekretär Luigi Longo und sein französischer Partner Waldeck Rochet kamen in Paris zu einer übereinstimmend negativen Beurteilung der Situation in der Tschechoslowakei. Der linksorientierte französische Philosoph Jean Paul Sartre bezeichnete das Vorgehen der fünf Ostblockstaaten gegen die Tschechoslowakei als Kriegsverbrechen. Als Reaktion auf die Besetzung Prags forderte Herbert Marcuse beim Marxisten-Treffen in Jugoslawien eine Reform des Kommunismus.

Absagen – Ausladungen

Der Suhrkamp-Verlag sagte nach Rücksprache mit seinen Autoren die Teilnahme an der Buchausstellung der Leipziger Herbstmesse ab.