Selbst wenn wir gezwungen werden, Gewalt anzuwenden, werden wir nicht aufhören, sie zu verachten.

Literární listy in der letzten Nummer

Reaktionen im Westen, Offizielles aus der DDR

Sartre, Weiss, Russell

Die Aggressionen in Vietnam seien ein schändlicher Völkermord, „aber dies vermindert in keiner Weise die folgenschwere Bedeutung der sowjetischen Haltung gegenüber der Tschechoslowakei, und dies um so mehr, als es sich um ein verbündetes Land handelt“, urteilt der Philosoph Jean Paul Sartre. „Ich persönlich bin der Ansicht, daß es sich um eine richtiggehende Aggression handelt, um das, was man nach dem internationalen Recht ein Kriegsverbrechen nennt.“ In der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter erklärte der Schriftsteller Peter Weiss, das sowjetische Vorgehen verletze das „Recht des tschechoslowakischen Volkes, selbst seine sozialistische Staatsordnung zu bestimmen“: „So, wie wir den Angriff der Vereinigten Staaten auf Vietnam verurteilen und bekämpfen, so müssen wir als Sozialisten uns gegen die Maßnahmen der Sowjetunion wenden, die das Völkerrecht verletzen.“ Der britische Philosoph Bertrand Russell schickte eine Protestnote an den sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew, in der es heißt: „Die Linke kann keine Verhandlungen mit der ČSSR anerkennen, die unter Druck stattfinden“; Russell fordert den Abzug der Besatzungsstreitkräfte und die „Freilassung der Geiseln“.

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