Wie kommt die EWG von dem Zuckerberg wieder herunter, der ihr zunehmend Kummer bereitet? Vorhandene und erst recht künftig drohende Überschüsse haben längst die Entwicklungsländer alarmiert, die selbst Zuckerrohr anbauen. Wir könnten ihnen am wirksamsten helfen, so meinen sie mit Recht, wenn wir ihren Zucker kauften. Statt dessen verlangten wir von der bevorstehenden Zuckerkonferenz die Garantie, selbst jährlich 1,2 Millionen Tonnen Zucker exportieren zu können.

Auch die Steuerzahler der sechs EWG-Partner sind empört, weil man drauf und dran ist, auf ihre Kosten Zucker zu Viehfutter zu verarbeiten. Sie halten es für sinnvoller und billiger, gleich Zuckerrüben zu verfüttern.

Das ist wahr; aber das würde bedeuten, daß die Erzeuger nicht mehr den Preis bekämen, der ihnen laut EWG-Beschluß zusteht. Zur Zeit ist der EWG-Zuckerpreis viermal so hoch wie der Preis am Weltmarkt. Eine Preissenkung, die den Anbau nicht mehr so reizvoll macht, läßt sich jedoch angeblich politisch nicht durchsetzen. Um das Angebot dennoch der Nachfrage anzupassen, sollte es aber „politisch“ wenigstens möglich sein, die starren Kontingente aufzulockern, zu deren Abnahme sich die EWG-Mitglieder verpflichtet haben.

Sollten die sechs EWG-Partner einer ähnlichen Lösung nicht zustimmen, so wird sehr bald nichts anderes übrig bleiben, als allen Widerständen der Interessenten zum Trotz doch den Preis drastisch zu senken. ks