Seit bald acht Jahren werkeln die Bremer an ihrer Universität herum: Im Streit mit Niedersachsen, im Gerangel mit dem Bund um einen Zuschuß zu dem Unternehmen, im undurchsichtigen Zwist der Bremer untereinander versickerte eine Menge Geld in dem, was man hierzulande „Planung“ nennt, wurde ein Gründungsrektor verschlissen, verschwand der Plan einer Campus-Universität in irgendwelchen Schubladen und der dazugehörige Architektenwettbewerb auch. Auf der immer noch grünen Wiese, auf der die Hochschule einmal stehen soll, weiden wie eh und je die Kühe.

Jetzt nahm man in Bremen einen neuen Anlauf. Nach über einem Jahr, in dem mit der Universität Göttingen um die Übernahme einer Patenschaft für Bremen verhandelt wurde, gerieten die Besprechungen zu einem gedeihlichen Höhepunkt: Der Göttinger Germanist Walther Killy übernahm den Vorsitz im neuen Bremer Gründungssenat, in dem auch Vertreter der Assistenten und Studenten sitzen; Killy fand das gut, der Diskussion wegen, und bekundete im übrigen seinen Willen, in Bremen eine „nicht zu große“ Hochschule bauen zu wollen, die überdies auch noch etwas völlig Neues werden soll.

Bremens Senatspräsident, Bürgermeister Koschnik, versicherte, der neue Gründungssenat sei in seinen Entscheidungen völlig frei – wohl eingedenk der Vorwürfe, deretwegen der erste Ausschuß demissionierte. Da bleibt nur zu hoffen, daß die Bremer aus ihrer ersten Pleite gelernt haben und nach den nächsten acht Jahren nicht immer noch grüne Wiese ist, was eine Universität werden soll. Hilke Schlaeger