Die Lkw-Industrie hat die Talsohle noch nicht durchfahren

Von Heinz Michaels

So recht glaubt Dr. Ing. Hans Moll, Chef der Nutzfahrzeugproduktion von MAN, selbst nicht daran, daß sein Wunsch in Erfüllung geht: „Die Nutzfahrzeugindustrie braucht vor allem einmal Ruhe.“

Und in Untertürkheim, wo Deutschlands größter Nutzfahrzeugproduzent Daimler-Benz residiert, heißt es: „Wir sind Kummer gewohnt mit all den Bocksprüngen, von Seebohms Maßen und Gewichten bis zum Leber-Plan.“

Was hinter diesen Äußerungen steckt, ist: Die Lastkraftwagenproduzenten müßten endlich Gelegenheit haben, sich auf ein langfristiges Produktionsprogramm einzustellen.

Das war in den zurückliegenden Jahren nicht der Fall. Immer neue Vorschriften des Gesetzgebers zwangen die Hersteller, ihre Konstruktionen immer wieder zu ändern. Und auch der Bonner Kompromiß über den Leber-Plan läßt die Lastwagenindustrie nicht froh werden: Die Klausel, daß die Beförderungssteuer später durch eine Straßenbenutzungsgebühr abgelöst werden soll, kündigt den Wechsel schon an.

„Die Industrie war in den letzten Jahren ständig damit beschäftigt, eine Zukunft zu bewältigen, die ihr vom Gesetzgeber und nicht vom Markt diktiert wird“, stöhnt Moll.