Johann Sebastian Bach: „Sämtliche Cembalo-Konzerte“; Leonhardt, Uittenbosch, Curtis, Müller, von Wering, Tachezi, Leonhardt-Consort, Concentus musicus (Wien); Telefunken SCA 25 022-T/1–5, 79,– DM.

Die Musizierweise des Leonhardt-Consorts und des Concentus musicus ist bekannt: Auf historischen Instrumenten werden die Ergebnisse musikwissenschaftlicher Quellen- und Theoretikerforschung praktisch ausgewertet. Bekannt ist auch die technische Qualität der mit den Ensembles aufgenommenen Platten: Die kleinen Musikergruppen werden nicht elektronisch vergrößert und ihr Klang verdickt, sondern die Stimmengefüge sorgfältig aufgelockert, aufgefächert. Gesamtaufnahmen der Cembalo-Konzerte gibt es inzwischen mehrere – keine ist stilistisch so geschlossen, keine auch technisch so gelungen. Alle krönenden Attribute, die den früheren Aufnahmen mit den „Vier Orchestersuiten“ und den „Brandenburgischen Konzerten“ zukamen, dürfen die Cembalokonzerte im gleichen Maße beanspruchen. Für Gegner des Perfektionismus: daß ein Cembalo gelegentlich während eines Konzertes die Stimmung gerade für einen Satz hält, läßt sich auch auf diesen Aufnahmen hören. Sehr empfehlenswert.

Heinz Josef Herbort