In den USA haben sich die Demokraten mit überwältigender Mehrheit für Hubert Horatio Humphrey (H. H. H.) als Präsidentschaftskandidaten entschieden. An den amerikanischen Börsen ist deswegen weder ein Kurs hinauf- noch hinuntergegangen. Denn mit Humphrey weiß man, woran man ist. Schließlich war er es, der seinerzeit Professor Walter Heller, den Staranwalt der „Neuen Wirtschaftspolitik“, an John F. Kennedy empfahl.

Mit Walter Heller, den Kennedy zu seinem Chefberater machte, hat diese „Neue Wirtschaftspolitik“ Einzug in das Weiße Haus gehalten; und es ist keine Frage, daß Heller unter einer Präsidentschaft Humphreys sein Comeback als oberster wirtschaftspolitischer Küchenchef feiern wird. Während der Wahlkampagne in den letzten Wochen hatte er bereits eine Schlüsselposition als wirtschaftspolitischer Berater Humphreys eingenommen.

Die „Neue Wirtschaftspolitik“ steht – mit zwei Worten – für Vollbeschäftigung und hohe Wachstumsraten. Beide Ziele sind der Wallstreet willkommen, erst recht, wenn Washington dafür Schützenhilfe liefert. Angesichts der Abschwächung der amerikanischen Konjunktur wäre den Männern der Wallstreet ein demokratischer Präsident wahrscheinlich sogar willkommener als ein Republikaner vom Schlage Nixons. Aber noch haben die amerikanischen Wähler ihr letztes Wort nicht gesprochen. b