Politik

Vom Umgang mit Besatzern

"jfA tfj~ Gefangenendasein beginnt auf einem ! N Feide. Ich kam wieder zu mir auf einer W JSj Trage, die auf dem Boden stand. Zwei deutsche Soldaten faßten sie an.

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DIE ZEIT

Sind wir bedroht?

Diesen Dialog konnte man während der letzten zehn Tage immer wieder hören. Für beide Standpunkte gibt es gute Argumente. Es kommt nämlich nur darauf an, ob man von machtpolititischen oder von ideologischen Aspekten spricht.

Konto 21-8-68

Viele von denen, die in der ČSSR für die Freiheit der Gedanken und des Wortes eingetreten sind – Schriftsteller, Künstler und Journalisten –, mußten jetzt ihr Land verlassen.

Reigen schöner Worte

Schon wenige Tage nach der Eröffnung der Genfer Mammutkonferenz von über achtzig nichtnuklearen Staaten ist größte Skepsis am Platze, ob die vierwöchige Debatte über den Atomsperrvertrag mehr hervorbringen kann als einen Reigen von schönen leeren Worten: Friedensbeteuerungen und deklamatorische Forderungen nach atomarer Abrüstung der Supermächte.

Bonner Besorgnisse

Das Gespräch zwischen Bundeskanzler Kiesinger und dem Sowjetbotschafter Zarapkin rief in Bonn zunächst Nervosität hervor. Es beleuchtete die schwierige außenpolitische Lage, in der sich die Bundesrepublik zur Zeit befindet.

Biafra-Briefe

Im Juli hatte Gowon in Lagos versprochen, er werde ernsthaft die Möglichkeit prüfen, einen neutralisierten Flugplatz in Biafra einzurichten, falls Ojukwu dem Roten Kreuz (IKRK) die alleinige Aufsicht übertrüge.

Hubert in allen Gassen

Er gleicht einer Lerche, die schon am frühen Morgen über den Feldern jubiliert, wenn der alltagsverdrossene Mensch sich noch müde den Schlaf aus den Augen wischt: Hubert Horatio Humphrey, Vizepräsident der USA – und als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei Anwärter auf das höchste und bürdenreichste Amt im Staat.

Bruderküsse für Thadden

Fast ohne eigenes Zutun, zumindest ohne große Anstrengung scheint es Adolf von Thadden noch rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl zu gelingen, seine Nationaldemokratische Partei Deutschlands gesellschaftsfähig zu machen.

ZEITSPIEGEL

„Das tschechoslowakische Volk liebt die Sowjet-Armee. Alles, was in diesem Volk Anspruch auf Ehrlichkeit erhebt, verlangt, daß jetzt an erster Stelle die konterrevolutionären Halunken liquidiert und die Mörder unserer Söhne bestraft werden.

Auf den Spuren der Zaren

Die Sowjets und ihre Interventionsverbündeten haben sich in eine Sackgasse manövriert. Sie müßten schnellstens aus der Tschechoslowakei abziehen, wenn sie Freundschaft und Vertrauen der Überfallenen zurückgewinnen wollen.

„Genossin, du irrst!“

Auf dem gepflegten Rasen vor der einstigen Villa von Marika Rökk, dem heutigen DDR-Schriftstellerheim in Petzow am Ufer des Schwielowsees, aalte sich der bekannte Schriftsteller N.

Ulbricht kann ruhig schlafen

von allen Staaten des Sowjetblocks ist die DDR wohl neben Bulgarien am wenigsten von den August-Ereignissen zwischen Cierna und Moskau betroffen.

Bukarester Balance-Akt

Die militärische Intervention der Sowjetunion in der Tschechoslowakei sollte angeblich der Sicherheit – der Sowjetunion, des Sozialismus, ja des europäischen Gleichgewichts – dienen.

Das Fazit des Generals

Am vergangenen Wochenende, als die ersten Nachrichten aus Moskau und Prag den Kompromiß ankündigten, hielt General de Gaulle einen außerordentlichen Ministerrat ab.

Der Mast blieb eingezogen

Die an der Invasion der Tschechoslowakei beteiligten Mächte sind immer noch damit beschäftigt, ihren Überfall zu rechtfertigen.

Stalin – unüberwunden

Das grauenvolle Prager Geschehen wird nie vergessen werden. Stalin war keine Person, er ist eine unüberwindbare Einrichtung.

Wahl zwischen zwei Übeln

In der politischen Publizistik Amerikas wird häufig der deutsche Begriff „Realpolitik“ verwendet, wenn über das Verhalten der Deutschen und ihre Geschichte ausgesagt werden soll, daß sie in kalter Anpassung an die Gegebenheiten, durchdrungen von Blut und Eisen, getränkt mit einem Schuß Machiavellismus und in zynischer Mißachtung luftiger Ideale geprägt worden ist.

Die „Schweiz“ im Süden Afrikas

Als letztes der ehemaligen englischen Protektorate in Afrika und als 36. Land des Schwarzen Kontinents erhält Swaziland zum Wochenende seine Unabhängigkeit; es wird eine selbständige Monarchie mit Sobhuza II.

Mißglückte Stimmen-Rechnerei

Als das Infas-Institut Anfang des Jahres eine kritische Untersuchung des Mehrheitswahlrechts vorlegte, gingen die Wogen der Diskussion hoch.

Die Schlacht in Chikago

Die amerikanischen und ausländischen Journalisten fühlten sich wie Kriegsberichterstatetr – die Bilder aus Vietnam drängten sich auf.

Namen der Woche

Hans Lenz, der erste Forschungsminister der Bundesrepublik, der im 61. Lebensjahr den Folgen einer Kriegsverletzung erlegen ist, wurde am Dienstag in seiner Heimatstadt Trossingen in einem Staatsbegräbnis beigesetzt.

Kriege in Afrika

Biafra: Die nigerianische Offensive gegen die Stadt Aba im abtrünnigen Biafra kam nicht so schnell voran, wie es die Feldkommandeure General Gowons erhofft hatten.

Von ZEIT zu ZEIT

Das Politbüro der tschechoslowakischen KP wurde unter Beibehaltung einer „Reformer“-Mehrheit umgebildet und von 11 auf 21Mitglieder erweitert.

Mord in Guatemala

Am letzten Wochenende versuchten Guerilleros den US-Botschafter in Guatemala, John Mein, zu entführen – als er flüchtete, jagten sie ihm eine tödliche Maschinengewehrgarbe in den Rücken.

Truppenaufmarsch auf dem Balkan

Der gewaltige Aufmarsch sowjetischer Truppen in der Tschechoslowakei, vor allem im östlichen Teil, soll offensichtlich nicht nur die Prager Reformkommunisten, sondern auch die „Ketzer“ in Belgrad und Bukarest einschüchtern.

Auf den Spuren Stresemanns

Ohne Vertrauen in gewissen Grundregeln des Zusammenlebens der Staaten gibt es keine Kontrolle der zerstörerischen Kräfte, die der Kernenergie innewohnen.

Gefängnis wie in einer Privatklinik

Im Innern Gitter. Draußen spazierten die Paare rund um den kleinen Gartenplatz, setzten sich auf die Kaffeehausterrasse: das übliche abendliche Treiben, wären da nicht die deutschen Uniformen gewesen.

Mit der Hose in der Hand

Hinter dem dritten Torbogen offenbart sich das, was ein Freund des Hauses eine „seltsame Verschmelzung von Disziplin und Unbekümmertheit“ nannte.

Weiß er immer, was er sagt?

In der CDU Baden-Württembergs ist der Wurm drin. Martin Wurm, erstens Verbandsvertreter, zweitens Volksvertreter, wurmt es: Ungewollt ist der christlich-demokratische Mandatsträger im Stuttgarter Landtag zur Symbolfigur der Inkompatibilität (der Unvereinbarkeit, gleichzeitig mehrere Ämter zu bekleiden) geworden.

Und immer wieder Kinder

Das Wimmern kam vom Fenster. Ein Tier? Kein Tier. Ein Mensch, ein Mädchen, fünfzehn Jahre alt, in die Fensteröffnung gepreßt.

APO für den kleinen Mann

Am 30. Mai 1968 verabschiedete der Bundestag in dritter Lesung die Notstandsverfassung; am 30. Juni endete der Anstellungsvertrag von Helmut Schauer als Sekretär des Kuratoriums Notstand der Demokratie.

Der geplatzte Skandal

Der Bundesligastatus Westberlins schien wieder einmal gefährdet zu sein. Nach dreijähriger erzwungener Abstinenz von Deutschlands höchster Fußballklasse nahmen die Spieler des Berliner Vereins Hertha BSC einen neuen Anlauf, und nach dem 3:2 beim Aufstiegsspiel gegen Bayern Hof am 16.

Fairneß – nicht gefragt

Der Traum vom großen Friedensfest in Mexiko zerstob unter dem Rasseln der Sowjetpanzer in Prag. Die harte Machtpolitik zermalmte die blaue Blume Olympias.

Springflut der Rekorde

Die Schwimmer waren seit einiger Zeit die Prügelknaben des bundesdeutschen Sports. In Utrecht vor zwei Jahren bei den Europameisterschaften gewannen sie bei den Männern nicht eine einzige Medaille! Nach der Rekordflut von Wuppertal und Schöneberg herrscht plötzlich wieder eitel Freude.

Theater: Eine schlimme Folge des Gehorsams

Lenin hat im Zusammenhang mit der Möglichkeit einer Revolution in Deutschland an das unaustilgbare Ordnungs- und Gehorsamsbedürfnis der Deutschen gedacht und spöttisch gemeint: Schon die Eroberung eines Bahnhofs würde hierzulande daran scheitern, daß ihn die Revolutionäre nicht ohne ordnungsgemäß gelöste Bahnsteigkarten zu betreten wagen würden.

Die strangulierte Hoffnung

LUDVIK VESELY: Ich kann das Gefühl nicht definieren. Ich war total erschöpft von den vorangegangenen neun Tagen. Es war schwer, ja.

Tschechoslowakische Intellektuelle im Westen: Nach dem Exodus

Ludvík Vesely, bis vor knapp einer Woche stellvertretender Chefredakteur der Literární listy, hat vor wenigen Tagen in einem Interview erklärt, das bitterste Gefühl auf seiner Flucht sei es gewesen, daß er so viele seiner Freunde und Gefährten auf dem gleichen Weg gewußt habe.

Auf Tragbahren?

Der letzte souveräne Akt der tschechoslowakischen Regierung scheint darin bestanden zu haben, den Köpfen des Reformkurses, die auf den Verhaftungslisten des sowjetischen Geheimdienstes figurierten und für deren Freiheit, Sicherheit und Leben niemand mehr zu garantieren vermochte, die schleunige Ausreise nahezulegen.

JIŘÍ SOTOLA:: Erstes Gespräch mit dem Vogel Mitgefühl

JIŘÍ SOTOLA, geboren am 28. Mai 1928 in Smidary/Böhmen; Gymnasium in Königgrätz, in Prag Studium am Konservatorium und der Akademie der musischen Künste, gleichzeitig sechs Semester an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität.

ZEITMOSAIK

Die aggressiven Impulse stoßen ins Leere – oder genauer: der Haß trifft auf lächelnde Kollegen, geschäftige Konkurrenten, höfliche Beamte, hilfsbereite Fürsorger, die alle ihre Pflicht tun und alle unschuldige Opfer sind.

Fernsehen: Die Minute der Wahrheit

Sind keine Untermenschen gewesen, diese Russen, die man in dem eindrucksvollsten Dokument der Woche sah, dem Schmalfilm eines Amateurs, sahen nicht aus nach Walden und Schlamm, und die Tschechen auf der anderen Seite hatten nicht eben viel mit den Konterrevolutionären des Eduard von Schnitzler gemein, sahen vielmehr aus, die Russen, als wüßten sie nicht so recht, wohin mit ihren Gliedern und mit den Gewehren, gingen auf ein Haus zu, betraten den Eingang, verhielten, andere kamen herbei, sprachen mit den Zivilisten, ein Gehen und Stehen und Kommen, ein Besetzen, aber mit Scham, ein Besuch, doch mit Gewehren, sahen aus, die Russen, als genierten sie sich, taten grimmig, aber immer nur für eine Sekunde, länger reichte es nicht, er war einfach zu schwach, dieser befohlene Zorn, zu unglaubwürdig und zu lächerlich – und dabei waren sie doch mit einem Elan vom Wagen gesprungen, als gälte es, eine Stadt zu erobern: So alert und so einsatzbereit – und dann das Stehenbleiben, das Spazierengehen mit der MP, die friedlichen Leute ringsum, eine schreckliche Clownszene war das, die dieser Schmalfilm enthüllte, dieser Stummfilm, der nur ein wahrscheinlich und offenbar und möglicherweise zuließ und gerade darum so viel glaubhafter wirkte als alle verbalen Eindeutigkeiten, weil hier plötzlich die Empfindungen von Menschen anschaulich wurden, deren kommandiertes Bewußtsein zu rebellieren begann, so daß sie auf einmal innehielten mitten im Lauf und sich, nach allen militärischen Begriffen, vollkommen unangemessen verhielten, geduckt nämlich, zur Seite schielend und unkonzentriert – so, als seien sie nur aus Versehen da, als würde da etwas geprobt, ein Stück, dessen Sinn sie überhaupt nicht verstanden, ein happening mit scharfer Munition, Schüsse auf Blumen und Mädchenschleifen und alte Akten im Keller, und die anderen standen daneben, die Tschechen, mit Gesichtern, die aussahen wie das Antlitz jenes alten Mannes, der klatschte und weinte und den Kopf in den nassen Klatschhändchen barg, als er von Dubčeks Rückkehr erfuhr, sie standen daneben und verstanden es nicht, was die Russen da taten (und die Russen verstanden es auch nicht), und hatten Gesichter wie jene, die, vor Tagen befragt, warum sie hier warteten vor dem Palast und was sie denn wollten, mit ernsten Worten, in der Stimme ein großes Erstaunen, erklärten: „Aber wir wollen doch unseren Herrn Präsidenten begrüßen.

Kunstkalender

Die Heinrich-Zille-Stiftung, ein Gemeinschaftswerk von Berlin und Niedersachsen, der Wilhelm-Busch-Gesellschaft und des Fackelträger Verlags als Verwalter des Zille-Nachlasses, hatte Anfang 68 einen Preis für kritische Grafik ausgeschrieben.

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