Biafra: Die nigerianische Offensive gegen die Stadt Aba im abtrünnigen Biafra kam nicht so schnell voran, wie es die Feldkommandeure General Gowons erhofft hatten. Die Biafraner leisteten trotz Munitionsmangels erbitterten Widerstand. Eine fast zwanzig Kilometer lange Kolonne fliehender Menschen zog von Aba aus in den Busch. Kinder und Alte blieben sterbend am Straßenrand liegen.

Nach monatelangen Verhandlungen hat die Bundesregierung in Lagos dem Internationalen Roten Kreuz endlich erlaubt, Versorgungsgüter in die Hungergebiete Biafras zu fliegen. Die von Skandinavien und der Schweiz zur Verfügung gestellten Flugzeuge dürfen zehn Tage lang von der spanischen Insel Fernando Poo Lebensmittel und Medikamente über eine Luftbrücke einfliegen.

Tschad: General de Gaulle hat auf Grund eines Hilfeersuchens von Staatspräsident François Tombalbaye Fallschirmjäger in die Sahara-Republik Tschad entsandt. Die „Paras“ wurden über der Tibesti-Wüste im Norden des Landes abgesetzt, wo muslimische Nomadenstämme seit Jahren rebellieren. Die 700 Mann starke Armee des Tschad wurde ihrer zuletzt nicht mehr Herr. Der Tschad ist eine der wenigen afrikanischen Staaten, in denen Frankreich noch auf Grund eines Beistandpaktes Garnisonen unterhält.

Präsident Tombalbaye, ein protestantischer Christ, hatte vergeblich versucht, unter dem Schirm einer Einparteienherrschaft die Stämme des Nordens und Südens, Muslims, Christen und Heiden zu versöhnen. Der Tschad, zweimal so groß wie Frankreich, aber mit weniger als 3,5 Millionen Einwohnern, zählt zu den stabileren Staaten Afrikas.