Optimistisch über die Entwicklung des Kraftstoffabsatzes im laufenden Jahr äußerte sich der Vorstand der Aral AG, der den Zuwachs für 1968 auf rund sieben Prozent schätzt, obwohl im ersten Halbjahr lediglich eine Steigerungsquote von drei Prozent erreicht wurde. Die Produktions- und Absatzzahlen der deutschen Automobilfabriken lassen jedoch auf eine bessere zweite Jahreshälfte hoffen.

1967 setzte die Aral, die in diesem Jahr auf ihr siebzigjähriges Bestehen zurückblicken kann, mit 6,5 Millionen Tonnen 2,8 Prozent mehr Mineralölerzeugnisse ab als 1966. Der Umsatz des Unternehmens stieg nicht zuletzt durch die stärkere Nachfrage nach Superkraftstoffen und die Preiserhöhungen im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer um 8,3 Prozent auf 3,7 Milliarden Mark. Davon entfallen allein zwei Milliarden Mark oder 54,1 Prozent auf Mineralölsteuer.

An die Aktionäre – Gelsenkirchner Bergwerks-AG, Hibernia AG/Scholven-Chemie AG und Mobil Oil AG in Deutschland mit je 27,9 Prozent sowie Wintershall AG mit 15 und die Gruppe der Benzolerzeuger mit 1,3 Prozent des Kapitals von 300 Millionen Mark – führte die Aral 7,3 Millionen Mark Gewinn ab.

Die Aral AG verfügte am Jahresende über 7500 Tankstellen; ihre Tochtergesellschaft Gasolin AG unterhält außerdem noch ein Netz von 3600 Tankstellen. Damit hat die Aral-Gruppe das größte Tankstellennetz in der Bundesrepublik, in der es insgesamt 46 300 Zapfstellen gibt. Durch einen gegenüber dem Durchschnitt höheren Umsatz je Tankstelle ist der Anteil der Aral am deutschen Kraftstoffabsatz größer, als es der Zahl der Tankstellen entsprechen würde.

Beim weiteren Ausbau des Netzes will sich die Gesellschaft auf Plätze beschränken, an denen ein Jahresumsatz von mindestens 600 000 Litern zu erwarten ist. 1968 werden deshalb voraussichtlich nicht mehr als 100 neue Tankstellen gebaut werden.

Zur Preisentwicklung gab der Aral-Vorstand keine Prognose ab, obwohl in der vergangenen Woche ein kleinerer Erzeuger, die Sauerstoffwerke Westfalen, seinen Abgabepreis um zwei Pfennig unter den Preis der großen Konzerne gesenkt hat. Die Zurückhaltung ist verständlich, denn eine Preissenkung um einen Pfennig kostet die Aral im Jahr rund 40 Millionen Mark.

Von dem gegenwärtigen Preis für Normalbenzin von 62,4 Pfennig entfallen 41,6 Pfennig auf staatliche Abgaben und 8,5 Pfennig auf Provisionen für Tankstellen, so daß der Aral je Liter 12,3 Pfennig verbleiben. mh.