Die Ford-Werke wollen wieder nach oben. Sie sind mit ihrem Marktanteil von 13,5 Prozent – wie Verkaufschef Barthelmeh sagt – „einfach nicht zufrieden“. In seiner Glanzzeit stellte Ford immerhin über 18 Prozent der innerdeutschen Zulassungen.

Das Kölner Unternehmen hat den Rückschlag des Jahres 1967 stärker zu spüren bekommen als seine Konkurrenten in Rüsselsheim und Wolfsburg – von den Ausländern ganz abgesehen, die auch im Rezessionsjahr noch gewinnen konnten. Einmal hatten die vor einem Jahr eingeführten 17M/20M-Modelle beim Publikum nicht die erhoffte Gegenliebe gefunden; zum anderen hatte Ford kein kleines Auto anzubieten, wie sie in dem Jahr besonders gefragt waren.

Generaldirektor Max Ueber sieht die Hauptschuld in einem Strukturwandel des Marktes. „Das kaufende Publikum wandte sich zum billigen Auto.“

Um nun „im nächsten Jahr wieder an die besten Jahre 1965/66 anzuknüpfen“ (Barthelmeh), ist Ford in der letzten Woche „auf breiter Front angetreten“ (Ueber):

  • Als Konkurrenzmodell zum Käfer und zum Opel-Kadett wurde der „Escort“ eingeführt, Fords Europa-Modell, das in anderen Ländern bereits seit acht Monaten mit gutem Erfolg verkauft wird.
  • Die 12M/15M-Linie, mit der sich Ford im letzten Jahr über Wasser hielt, wurde verbessert.
  • Die 17M/20M-Linie erhielt eine neue Karosserie, mit der die Kölner reumütig zur „Linie der Vernunft“ zurückkehren.
  • Neue Motore erweitern im Baukastensystem die Wahlmöglichkeiten für die Kunden.
  • Für einige Modelle wurden die Preise bis zu 288 Mark gesenkt.

Die Kölner folgen mit diesem Programm dem Rezept ihres Rüsselsheimer Konkurrenten. Durch den perfekten Ausbau des Baukastensystems kann Ford jetzt insgesamt 187 Varianten seiner Grundmodelle anbieten; Opel offeriert 153 verschiedene Typen.

Auch beim Preiswettbewerb hatte Opel den Anfang gemacht. Nach den Werksferien gab das Werk Mitte August einige Preissenkung bis zu 450 Mark bekannt – vorwiegend bei aufwendiger ausgestatteten „Luxusausführungen“, wie Ford später auch. Mit dem „Escort“ setzen die Kölner nun die aggressive Verkaufspolitik fort: Der Preis liegt genau zwischen den Preisen für den VW-Käfer und dem Opel-Kadett.

Finanzchef Barthelmeh betrachtete es philosophisch: „Wir glauben, damit den Schnittpunkt zwischen kalkulatorischer und psychologischen Preisen getroffen zu haben.“ hm