Wer sich ein Haus gebaut oder von einem Bauträger gekauft hat, stellt oft nachträglich fest, daß es mancherlei zu beanstanden gibt. Nach den ersten Wolkenbrüchen steht der Keller unter Wasser. Die Türen und Fenster schließen nicht dicht. Vor Balkon und Kellergittern blättert die Farbe ab, weil Rost darunter sitzt. Tapeten lösen sich. Putzwände haben Buckel und Dellen, die erst auffallen, nachdem die Beleuchtung installiert wurde. Und so weiter ...

Was kann der enttäusche Hausbesitzer tun? Kann er verlangen, daß die Mängel beseitigt werden?

Es kommt zunächst darauf an, ob das Ärgernis überhaupt ein Mangel im Rechtssinn ist. Laut BGB liegt ein Mangel immer dann vor, wem der Gegenstand mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder mindern. In solchen Fällen kann der Eigentümer im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungsansprüche verlangen, daß die baulichen und handwerklichen Mängel nachgebessert werden. Erklärt sich die Baufirma dazu bereit, ist alles gut. Die Praxis sieht jedoch nicht selten anders aus.

Es werden Zusicherungen gemacht, doch nicht erfüllt. Oder es werden von der Baufirma nur oberflächliche Verbesserungen durchgeführt. Wenn die Baufirma den Mangel nicht wirklich beseitigt, hat der Eigentümer das Recht, nach angemessener Fristsetzung eine andere Firma damit zu beauftragen und Ersatz für die Kosten zu verlangen.

Gelegentlich ist aber ein Mangel so schwerwiegend, daß seine Behebung sehr teuer und technisch schwierig ist: Eine Hauswand senkt sich, weil der Baugrund nicht in Ordnung und das Fundament zu schwach ist. Oder die Schallisolierung eines Reihenbungalows ist schlecht, da die Trennfuge, die zwischen den Hauswänden vorgesehen ist, versehentlich beim Bau zugeschüttet wurde. In solchen Fällen kann der Besitzer mit Erfolg auf Wertminderung bestehen. Dann wird der Kaufpreis des Hauses nachträglich herabgesetzt. Den Beweis für den Mangel muß allerdings der Käufer liefern.

Manchmal kommt es zwischen dem Eigentümer und den Baufirmen zu Meinungsverschiedenheiten über den Umfang der Nachbesserungen. Für einen Laien ist es schwer, zwischen mangelhaften Ausführungen, die auf Pfuscharbeit beruhen und leicht zu beheben sind, und ernsten Baumängeln zu unterscheiden. Dann ist es gut, wenn ein neutraler Fachmann zur Beratung dabei ist.

Bei neuen Häusern treten oftmals nach einiger Zeit Setz- und Schwindrisse auf. Diese Risse, die eine allbekannte Erscheinung sind, müssen von den Baufirmen ausgebessert werden. Das Streichen oder Tapezieren muß der Hauseigentümer allerdings aus eigener Tasche bezahlen.