"jfA tfj~ Gefangenendasein beginnt auf einem ! N Feide. Ich kam wieder zu mir auf einer W JSj Trage, die auf dem Boden stand. Zwei deutsche Soldaten faßten sie an. Unter meinen Beinen war sie blutbeschmiert Über meine Hose hatte man einen Notverband geschlungen. Der Leichnam des englischen Offiziers war verschwunden. Im Wagen lagen die reglosen Körper meiner beiden Kameraden. Ein Deutscher machte den Stander los. Die Träger meiner Bahre brachen in Richtung Gramat auf. Die Stadt war mir ziemlich weit entfernt vorgekommen. Zur Seite meiner Bahre ging ein Unteroffizier.

Ich hatte es unternommen, einen Streit zwischen einem Buckmaster Maquis und einem F T P -Maquis zu schlichten. Auf dem Rückweg — zwanzig Minuten vor dem Ereignis — dösten wir vor uns hin; wir waren nicht weit von Gramat; der Stander mit dem Lothringer Kreuz knallt im warmen Winde, Gewehrfeuer, doch schlecht zu hören; die Riickscheibe splittert; der Wagen überschlägt sich und landet mit Schwung im Graben. Der Tod des Fahrers — Kopfschuß —- hatte dessen Fuß mit Wucht gegen das Bremspedal gestoßen. Der Leibwächter ist auf den Waffen zusammengesunken. Der englische Offizier sprang auf die Straße nach rechts und fiel, seine beiden roten Hände über dem Bauch verkrampfend. Ich sprang nach links und rannte, doch meine Beine waren von drei Stunden Wagenfahrt taub geworden. Das Feuer eines Maschinengewehrs wird genauer; der Wagen deckt mich gegen ein anderes ab. Eine Kugel durchschlägt den Knieverschluß meiner Wickelgamasche, die sich, durch die Zwinge am Fuß festgehalten, zu einem Blumenkelch entringelt. Ich muß anhalten, um sie abzureißen. Ein Treffer in meinem rechten Bein. Ganz schwacher Schmerz. Nur das Blut beweist, daß ich getroffen bin. Eine scheußliche Verrenkung meines linken Beines.

Die beiden Kerle, die mich wie ein Paket dahintrugen, sahen ganz und gar nicht bösartig aus. Doch da sollten andere kommen. All dies war völlig widersinnig. Wie konnten die Deutschen nach Gramat gekommen sein? Alles würde hier sein Ende finden, Gott weiß wie, nach diesem Marsch auf dieser Straße, deren strahlender Julihimmel sich in der Ewigkeit anzusiedeln schien, diesen Bauern, die mich, die Hände über dem Spaten gekreuzt, vorübergehen sahen, und diesen Bäuerinnen, die das Kreuz schlugen, als gelte es, einem die letzte Ehre zu erweisen. Ich würde unseren Sieg nicht mehr erleben dürfen. Welchen Sinn hatte dieses Leben? Würde es je einen haben? Doch mich hatte schon eine tragische Begierde zu wissen, was midi erwartete, eingesogen.

Bei den ersten Häusern verstopfte eine Reihe von Panzern die Straße. Die Franzosen sahen mit Bangigkeit auf meinen Weg, die Deutschen zeigten Überraschung. Meine Träger betraten die Schreibstube einer Garage. Ein Unteroffizier stellte Fragen an meinen Begleiter; dann: "Ihre Papiere!" Diese waren in der Tasche meiner Feldbluse; ich griff sie ohne Mühe. Ich reichte ihm die Brieftasche hin und sagte: "Es sind falsche Papiere " Die Brieftasche nahm er nicht; er übersetzte. Die zwei Unteroffiziere hatten den Ausdruck von Hühnern vor einem Phonographen. Die Träger setzten sich wieder in Bewegung. Dieses Mal ging es in eine kleine Scheune. Die Silhouette des Postens präsentierte das Gewehr. Der Schlüssel drehte sich. Herein trat ein Offizier, der wie Buster Keaton aussah.

"Wie schade für Ihre arme Familie! Sie sind katholisch, nicht wahr?" Ja.

Es war nicht die Stunde für Ausführungen über Glaubensfragen.

"Ich bin der katholische Feldgeistliche " Er schaute die blutigen Taschentücher an. "Wie schade für Ihre arme Familie!" "Die Leidensgeschichte wird für die Familie Christi nicht sehr bekömmlich gewesen sein, Hcchwürdeu. Freilich bin ich nicht Christus " Er schaute mich an, noch mehr durcheinander als ich. Aber er war es aus Dummheit.