Die Friedensgespräche zwischen Nigeria und Biafra in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba wurden am Montag nach zweimonatiger Dauer ergebnislos abgebrochen. Das frühere Verwaltungszentrum von Biafra, Aba, befindet sich in der Hand der Bundestruppen. Die 400 000 Einwohner flüchteten aus Angst vor der Ausrottung in den Busch. Von Süden her rücken die Truppen von Oberst Adekunle auf Owerri und Umuhuaia vor – die letzten Bastionen im Herzland Biafras, keine mehr als 40 Kilometer von der Front entfernt.

Die Lage der Ibo-Bevölkerung blieb verzweifelt. Zwar hatte Lagos dem Internationalen Roten Kreuz erlaubt, an zehn Tagen Hilfssendungen von Fernando Poo nach Biafra einzufliegen. Eine endgültige Einigung scheiterte jedoch am Streit über die Landeplätze: Ojukwu wollte den Flugplatz Obilago für die Rote-Kreuz-Flüge neutralisieren lassen, doch Gowon bestand auf der Piste in Uli – die letzte, über die Biafras Truppen bei Nacht noch Munition und Waffen beziehen können.