Lord Nelson of Stafford konnte die wirtschaftliche Logik nicht sehen, als Mitte August die Manager des englischen Elektrokonzerns Plessey ein Übernahmeangebot für sein Unternehmen, English Electric, machten. Der überraschte Lord riet seinen Aktionären kurzerhand ab, das Plessey-Angebot wahrzunehmen.

Damit war der Versuch Plesseys (Umsatz 1,4 Milliarden Mark), den weitaus größeren Konzern English Electric (Umsatz: 3,9 Milliarden Mark) unter seine Fittiche zu nehmen, erst einmal gescheitert.

Doch Lord Stafford wollte sich damit allein nicht zufriedengeben. Noch war das Angebot gültig, und die englische Regierung konnte ihn über ihre Industriell Reorganisation Corporation (IRC) durchaus noch zu der unerwünschten Fusion zwingen.

Der Lord und sein Direktorium fanden einen anderen Ausweg. Sie wandten sich an Arnold Weinstock, den König der englischen Elektro-Manager, und boten ihm ihr Unternehmen an.

Weinstock hatte seine General Electric, unter den großen englischen Elektrokonzernen zunächst das kleinste Unternehmen, durch die Übernahme der weitaus größeren Associated Electric Industries (AEI) vor knapp einem Jahr an die Spitze der englischen Elektro-Industrie gebracht.

Innerhalb weniger Stunden waren sich Weinstock und der Lord einig, nicht nur das größte englische, sondern auch das größte europäische Elektrounternehmen zu zimmern. Manager des englischen Giganten mit einem Jahresumsatz von etwa 8,7 Milliarden Mark wird Weinstock werden.

General Electric und English Electric ergänzen einander auf allen wichtigen Produktionsgebieten in geradezu idealer Weise. Die Möglichkeiten, der neuen Gruppe gerade ganze Projekte, vom Kraftwerk bis zur Hafeninstallation, zu liefern, hat gegenwärtig wohl kein anderes europäisches Unternehmen. Auf dem englischen Markt wäre der Konzern in wichtigen Bereichen marktbeherrschend. Auf den Auslandsmärkten sind die beiden Unternehmen jetzt noch harte Konkurrenten.