Fords Jüngster: Schlichtes Konzept mit vielen Aufpreisen

Von Dieter Korp

General Motors und Ford, der Welt größte Automobilschmieden, machen auf dem deutschen Markt gegenwärtig keine gute Figur. Die Markt- und Seelenforscher, die stärksten Stützen amerikanischer Großfirmen, waren nicht in der Lage, ein einigermaßen realistisches Bild des deutschen Autokäufers zu zeichnen. Sein Geldbeutel ist nicht jedes Jahr gleich dick, und wenn er sein Geld ausgibt, möchte er gern ein praktischwirtschaftliches Auto oder – in der Mittelklasse – etwas kompakt Starkes, möglichst mit sportlichem Look.

Diese Wünsche brachten zufriedenen Glanz auf die Gesichter der Verkäufer bei Renault, Fiat und bei Daimler-Benz und BMW. Opels Glück liegt nur bei dem Kraftpaket Commodore und bei den kleinen Kadetten. Den Rekord-Modellen fehlt es an der sonst bei ihnen gewohnten Anziehungskraft, ganz zu schweigen von den höheren Chargen, den kaum noch beachteten Kapitänen, Admiralen und Diplomaten.

Ford brach mit seinem erst 1967 neu modellierten, aber zu behäbig wirkenden 17 M- und 20 M-Versionen durch das dünne Eis, das ihnen die Marktstrategen bereitet hatten. Der 12 M/15 M ist zwar nicht sehr gut, aber auch nicht sehr schlecht im Geschäft. Unten gähnt ein Loch: Es fehlt das kleinere, wirtschaftliche Auto, das Pendant zum Kadett, ein Herausforderer für Wolfsburgs Käfer.