Das Stammkapital der Robert Bosch GmbH ist aus Gesellschaftsmitteln von 180 auf 300 Millionen Mark erhöht worden. Dadurch verringerten sich die offen ausgewiesenen Rücklagen auf 100 Millionen. In der Begründung heißt es, daß das vergrößerte Geschäftsvolumen eine Erhöhung der haftenden Mittel notwendig gemacht hatte. Es fällt schwer, der Bosch-Verwaltung dies als einzigen Grund abzunehmen, denn für die „Optik“ ist es ziemlich gleichgültig, ob das Eigenkapital unter Stammkapital oder unter Rücklagen verbucht wird.

Man geht wohl nicht fehl mit der Annahme, daß es die günstige Ertragslage des Hauses Bosch, die sich in diesem Jahr vermutlich weiter verbessern wird, erlaubt, den Inhabern, in der Hauptsache also der Bosch-Stiftung, einen höheren Gewinnanteil zukommen zu lassen, ohne daß dadurch der eigentliche Dividendensatz heraufgesetzt wird.

Der Bosch-Geschäftsleitung ist zu bescheinigen, daß sie früher als mancher andere deutsche Vorstand den Konjunkturabschwung vorausgeahnt und entsprechende Konsequenzen gezogen hat. Als dann die Konjunktur abgekühlt war, begann man, die in der Schublade liegenden Investitionsvorhaben zu verwirklichen, zu äußerst günstigen Preisen.

Ein Beispiel dafür ist der Ausbau der Hans Feierabend Tonmöbel GmbH in Einbeck, an der die Bosch-Tochter Blaupunkt die Mehrheit besitzt. Hier werden nicht nur die Gehäuse für Rundfunk- und Fernsehempfänger hergestellt, sondern auch das gesamte Bosch-Küchenmöbelprogramm, mit dem Bosch in Wettbewerb zu 40 bis 50 Herstellerfirmen tritt, die überregional unter eigener Marke bekanntgeworden sind.

Bosch will sich mit dem Argument „in der Küche alles aus einer Hand“ durchsetzen, und arbeitet damit auf der gleichen Linie wie die Firma Bauknecht, die ebenfalls eine Komplett-Küche anbietet. 1967 wurden in der Bundesrepublik rund 400 000 vollständige Küchen verkauft. Der Markt läßt sich ausweiten. Im Export hat Bosch bereits achtbare Erfolge mit den Küchen erzielt. Hauptabnehmerländer sind Dänemark, Frankreich, Holland, Österreich und Portugal.

kw