Als Nicolas Schöffer zum ersten Male im Louvre seine lichtvollen Erfindungen ausstellte, alarmierten Passanten die Feuerwehr. Die Pariser bangten um ihren Musentempel. Was sie für einen Brand gehalten hatten, war indessen nichts anderes als die Projektion von farbigen Flecken durch eine Lichtmaschine.

Demnächst soll sich jeder den Spaß leisten können, seine Wohnzimmerwände mit Lichtflecken zu „tapezieren“ – und seine Nachbarn ins Bockshorn zu jagen. Der Elektrokonzern Philips macht’s möglich

Der international hochangesehene Lichtkünstler Schöffer hat sich bewegen lassen, eine Miniaturausgabe einer Lichtmaschine zu konstruieren, die eine verhältnismäßig billige Serienproduktion erlaubt. Sein „Lumino“ dürfte das erste multiplizierte Kunstwerk sein, das diese Bezeichnung in vollem Umfange rechtfertigt. Es unterscheidet sich durch nichts von irgendeinem industriell hergestellten Gerät – es sei denn durch seine „Zwecklosigkeit“.

Sein „Lumino“ sieht aus wie ein kleiner Fernsehapparat (25X26X22 cm) und wird elektrisch betrieben. Eine starke Lichtquelle, farbige Filter und mehrere Reflektoren aus Aluminium projizieren auf eine Mattscheibe ein munteres Wechselspiel farbiger Formen. Entfernt man die Mattscheibe, so werden farbige Projektionen in den Raum hinein möglich.

Ein erstes Lumino-Exemplar wurde kürzlich von der Galerie Denise René/Hans Mayer im Düsseldorfer Kaufhof vorgestellt. Zum Preis von 250 Mark. Eine normale Schöffersche Lichtmaschine ist vergleichsweise nicht unter 15 000 Mark zu haben, größere Aggregate kosten bis zu 50 000 Mark.

Der niedrige Preis ist nur durch die rationelle Serienfertigung möglich. Die Erstauflage ist mit 5000 Exemplaren geplant, bei Bedarf soll die Produktion erweitert werden. Philips beabsichtigt, den „Lumino“ in Supermärkten, Kaufhäusern und Einrichtungshäusern anzubieten, jedenfalls nicht primär in Kunstgalerien.

Für die Bundesrepublik bemüht sich die Krefelder Galerie Denise René/Hans Mayer um das Alleinvertriebsrecht.