Zwischen modischen Damenröcken und Blusen in der üblichen Preislage und modernen Siebdrucken und Objekten zu unüblich niedrigen Preisen lagen nur wenige Meter – Dank der Initiative des Düsseldorfer Kaufhofs und der Geschäftstüchtigkeit der Krefelder Galerie Denise René/Hans Mayer.

Was in Amerika und Japan längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, gilt für die Bundesrepublik leider immer noch als eine Sensation, die entsprechend Schlagzeilen macht: Kunst im Warenhaus.

Die Geschäftsleitung des Düsseldorfer Kaufhofs versichert indessen glaubwürdig, daß es ihr nicht nur um „Reklame“ zu tun war, als sie bei der Wiedereröffnung ihres renovierten Hauses der Krefelder Galerie Denise René/Hans Mayer einhundert Quadratmeter im ersten Stock für vierzehn Tage kostenlos zur Verfügung stellte.

Keine Frage zwar, daß die „Image-Pflege“ im Vordergrund der Überlegungen gestanden hat. Warenhäuser sind hierzulande immer noch mit dem Odium des Billigen und Anspruchslosen behaftet. Eine Arpsche Marmorskulptur zum Preise von 160 000 Mark, wie sie in Düsseldorf von Hans Player in die Nachbarschaft von Blusen und Röcken gestellt wurde, mag viele Kunden beeindruckt haben. Ob der Kaufhof deswegen auch nur eine Mark mehr umgesetzt hat, wird man jedoch bezweifeln dürfen.

Beinahe ebenso wichtig wie diese Reklame und „Gesichtspflege“ war den Managern des Kaufhofs der Beitrag zur Geschmacksbildung, den man sich von dem wegweisenden Angebot einer progressiven Galerie versprach. Dem Kaufhof wird man bescheinigen müssen, daß er mit seinem Angebot in den Dekorations- und Möbelabteilungen alle Anstrengungen macht, mit der Zeit zu gehen und kleinbürgerlichen Geschmacksvorstellungen ein Schnippchen zu schlagen. Das gilt insbesondere auch für die Bilderabteilung, die in den meisten Warenhäusern immer noch den Charakter eines Gruselkabinetts trägt.

„Wir haben das Übelste ausgerottet und dabei bewußt Umsatzverluste in Kauf genommen“, beteuert die Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz des Düsseldorfer Kaufhofs in Alpenlandschaften und gerahmten Männern im Goldhelm jedoch immerhin noch runde 300 000 Mark ...

Die Besucher des Düsseldorfer Kaufhofs hatten über vierzehn Tage die Wahlmöglichkeit zwischen der öligen „Berglandschaft“ eines gewissen Berghofer (zum Preis von 498 Mark) und – beispielsweise – zweifarbigen Siebdrucken des Op-Königs Victor Vasarely (zu Preisen von 90 und 120 Mark).