Die Schirmherren und Veranstalter der Deutschen Industrieausstellung Berlin mußten sich lange genug den Vorwurf der Einfallslosigkeit gefallen lassen. Der Streit um ihre Ausstellung endete im vergangenen Jahr schließlich damit, daß die Industrieausstellung Berlin erst einmal gar nicht mehr stattfand. Die Berliner hatten also Zeit zum Nachdenken.

Das Ergebnis ihrer Tüfteleien und Umfragen wollen sie nun in diesem Jahr vom 27. September bis 6. Oktober präsentieren. Die Ausstellung mit messeähnlichem Charakter, so bezeichnen die Berliner gern ihre Veranstaltung, wird in Zukunft jeweils unter ein Motto gestellt. In diesem Jahr heißt es: „Qualität durch Forschung und Entwicklung.“

Im Rahmen dieses Themas soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie in Vorträgen und durch Darstellungen in zwei Messehallen dokumentiert werden.

Wie es heißt, waren gerade Deutschlands Wissenschaftler von diesem Vorschlag begeistert. Sie sehen hier endlich ein Forum, wo sie einmal außerhalb der sonst üblichen strengen Themenbegrenzung dozieren können. Gleichzeitig, so meinen sie, wird durch die Sonderausstellung beim Publikum Verständnis für die wissenschaftliche Arbeit geweckt. „Hier sieht der Bürger endlich einmal, daß Ausgaben für die Forschung nicht zum Fenster hinausgeworfenes Geld sind.“

Der harte Kern der Veranstaltung, die Industrieausstellung, läuft ab wie vordem. Alle wichtigen Branchen sind vertreten und mit den Ausländern sind es diesmal über 1000 Aussteller. Insgesamt erwarten die Berliner etwa 350 000 bis 400 000 Messebesucher.

Offen bleibt noch, ob das Gros der Besucher überhaupt etwas merken wird vom neuen Stil der Industrieausstellung Berlin. Um die Publikumsmagneten Automobile und Flugzeuge werden sich die Besucher sicher drängen, de wissenschaftlichen Vorträge und die Sonderschau werden es dagegen schwer haben.

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