Auf seiner Pressekonferenz sprach sich der französische Staatspräsident CharlesdeGaulle für Selbstbestimmung der osteuropäischen Völker- und gegen Blockbildung in Europa aus. US-Präsident Johnson forderte eine Erhöhung der Verteidigungskraft bei den europäischen NATO-Verbündeten. Zwischen Washington und seinen europäischen Partnern wurden Überlegungen über eine Vorverlegung der Dezember-Tagung des NATO-Ministerrats auf die erste Oktoberhälfte angestellt. Die Bundestagsabgeordneten Birrenbach (CDU) und Schmidt (SPD) reisten zu Sondierungsgesprächen in die USA. Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder regte eine Überprüfung des strategischen Konzepts der NATO im Lichte der jüngsten Erfahrungen an.

Öl aufs Feuer

Die beiden amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Hubert Humphrey und Richard Nixon traten für eine stärkere Militärhilfe der USA an Israel ein. Trotz Feuereröffnung durch die Ägypter konnte sich der Weltsicherheitsrat nach dem jüngsten schweren Zwischenfall am Suezkanal nicht zu einer Verurteilung der Angreifer entschließen. Bei der Enthüllung eines internationalen Mahnmals auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau kam es zu Störungen durch Jugendliche. Nach leidenschaftlichen Diskussionen und lebhafter „außerkirchlicher“ Kritik endete der 82. Deutsche Katholikentag in Essen mit einer zum Gehorsam mahnenden Botschaft des Papstes. Nach über zweimonatiger Dauer wurden die Friedensgespräche zwischen Nigeria und der abgefallenen Ostprovinz Biafra in Addis Abeba ergebnislos abgebrochen.

Kritische Demokratie

Alle drei im Bundestag vertretenen Parteien übten Kritik an der Informationspolitik des Bundespresseamtes, Das neue südafrikanische Königreich Swasiland wurde von der Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich anerkannt. Nach der offiziellen Mitteilung über die vorzeitige Rücktrittsbereitschaft Heinrich Lübkes begannen die Parteien mit der Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Zur Belebung des Interesses der Wähler an der Demokratie schlug der FDP-Politiker Ralf Dahrendorf eine direkte Wahl des Bundeskanzlers und der Länder-Ministerpräsidenten vor.

Das Ermittlungsverfahren in der HS-30-Affäre wurde von der Bonner Staatsanwaltschaft eingestellt. Der SDS kündigte Aktionen mit dem Ziel einer „inneren Revolte der Bundeswehr“ an.

Spannung oder Entspannung?