Organisation ist eine komplizierte Sache, besonders bei der Deutschen Lufthansa. Wer einmal das Pech hatte, eine Flugverspätung oder gar den Ausfall eines Fluges zu erleben, kann von der Hilflosigkeit der uniformierten Damen und Herren hinter den Schaltern ein Lied singen. Nur selten ist dann jemand zuständig. Daß sich der Service an Bord trotz steigender Flugpreise im innerdeutschen Verkehr verschlechtert hat, muß wegen der kurzen Flugzeiten hingenommen werden. Unentschuldbar ist dagegen die Praxis, mit der die sogenannte Warteliste gehandhabt wird.

Wer mehrere Tage vor dem Flug auf eine Warteliste gesetzt wird, weil die von ihm gewünschte Maschine ausgebucht ist, hat die Chance mitgenommen zu werden, falls nachträglich Plätze freiwerden sollten. Vorsorglich wird üblicherweise die nächste Maschine fest gebucht, ohne daß der Platz auf der Warteliste aufgegeben zu werden braucht. Welche Überraschung erlebt man aber auf dem Flughafen? Die kurz vor Antritt des Fluges freigewordenen Plätze werden nicht etwa für Fluggäste reserviert, die seit Tagen auf der Warteliste stehen, sondern dann geht es plötzlich nach der Reihenfolge der Flugscheinabgabe. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ältere Rechte gelten nicht.

So rigoros können eben nur Monopolunternehmen sein. Wettbewerb im innerdeutschen Flugverkehr würde solche Fehlleistungen rasch beseitigen. Aber damit ist leider nicht zu rechnen. kw