Die Sparkassen geraten in die Zwickmühle. Nicht nur ihre Hauptkonkurrenten – die Banken – wollen im Gegensatz zu ihnen die Habenzinsen senken, jetzt hat auch Bundeswirtschaftsminister Schiller sie unmißverständlich aufgefordert, die Senkung des Kapitalzinses in der Bundesrepublik nicht durch Festhalten an hohen Sparzinsen zu blockieren.

Bei dieser Gelegenheit hat Schiller es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen. Die Expansion der Sparkassen, so meinte er in Hannover, sei nicht zuletzt durch ihre Privilegien gegenüber dem Bankgewerbe begünstigt worden. Wenn der Staat den Sparkassen jedoch diese Vergünstigungen zugestehe, so müsse er auch auf die Unterstützung seiner Ziele rechnen können, zumal sich die Sparkassen immer mehr vom klassischen Spargeschäft entfernten.

Den Vertretern der Sparkassen werden diese Worte nicht gerade angenehm in den Ohren klingen, denn bisher haben sie hinter dem Schutzschild der Privilegien ihre Interessen ungestört verfolgen können. Jetzt müssen sie Farbe bekennen, ob ihnen die Erhaltung dieser Vorzugsstellung ein Opfer zugunsten des Staates wert ist. Wenn nicht, haben sie das Recht auf die bisherigen Privilegien verloren. mh.