Der Bau von Familieneigenheimen erfreut sich seit langem einer beachtlichen staatlichen Förderung, die ein Eigenheim auch für solche Bürger erschwinglich macht, die früher davon nur träumen konnten.Über diese allgemeine finanzielle und steuerliche Förderung hinaus gewährt der Staat seinen Beamten, natürlich aus Steuermitteln, besondere Vergünstigungen für den Bau oder Erwerb eines Eigenheimes. Die Förderung ist van Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Zu den öffentlichen Körperschaften, die ihren Beamten am großzügisten behilflich sind, gehört der Bund.

Der Bund gewährt seinen Beamten ein Darlehen von 390 Mark je Quadratmeter Wohnfläche (die höher Verdienenden bekommen 370 Mark), die Höchstgrenze beträgt 39 000 Mark (für 100 Quadratmeter). Darüber hinaus können für das dritte und die folgenden Kinder jeweils noch 10 Quadratmeter oder 3900 Mark in Anspruch genommen werden. Eine Beamtenfamilie mit fünf Kindern kann also bis zu 50 700 Mark bekommen. Der Zinssatz liegt mit 0,5 Prozent (bei den höher Verdienenden 1 Prozent) sehr niedrig. Die Tilgung beträgt 2 Prozent jährlich.

Das Darlehen wird allerdings nicht voll ausgezahlt, sondern nur in Höhe^ von 325 (höher Verdienende 308) Mark je Quadratmeter. Die Differenz von 65 bzw. 62 Mark je Quadratmeter muß sich der Beamte am Kapitalmarkt beschaffen, doch übernimmt der Bund fünf Jahre lang die Verzinsung dieser Kapitalmarktmittel (Annuitätszuschuß). Es ist denkbar, daß der Beamte den Annuitätszuschuß auch bekommt, wenn er die Differenz aus Eigenmitteln finanziert. Das Bundesdarlehen wird jedem Beamten nur einmal gewährt.

Das Beamtenheimstättenwerk bietet seinen Bausparern – es können nur Beamte sein – ebenfalls besonders günstige Konditionen.

Erstens: Es müssen nicht, wie allgemein üblich, 40 Prozent der Bausparsumme angespart sein, bevor die Zuteilung erfolgt. Die Zuteilung richtet sich nach den Kreditmitteln, über die das Beamtenheimstättenwerk verfügt. Wer den höchsten Beitragstarif wählt, kann schon nach ein bis anderthalb Jahren mit der Zuteilung rechnen.

Zweitens: Zins und Tilgungsbetrag, die monatlichen Leistungen des Beamten, liegen niedriger als bei anderen Bausparkassen, doch dauert die Rückzahlung auch entsprechend länger.

Drittens: Sorgfältig redinende Beamte lassen sich zur Vorfinanzierung ihres Bausparvertrages einen Zwischenkredit geben, der ein Viertel des ihnen gewährten Bundesdarlehens beträgt. Bei der Beamtenfamilie mit fünf Kindern wäre das also ein Viertel von 50 700 Mark. Für dieses Viertel braucht der Beamte vier Jahre lang keinen höheren Zins, zu zahlen als für sein normales Bauspardarlehen. Die Differenz zum marktüblichen Zins für Zwischenkredite von 2,5 bis 3 Prozent (je nach der Kapitalmarktlage) übernimmt der Bund.