Von Günter Heinrich

Gestüm stieg der junge Hold aus dem Bett, rekelte sich, stellte bei sich fest, daß ihm sehr päßlich sei und beschloß deshalb, den Tag mit einem Waldlauf zu beginnen. Doch er war voller Rast und trat den Waldlauf verzüglich an. – Zunächst einmal frühstückte er.

Nach dem Frühstück war der Hold noch wirscher als zuvor und machte sich gehalten auf den Weg.

Im Wald, der sehr wegsam war, begegnete ihm allerlei Geheuer und Getüm, das sich recht gebärdig betrug und dem wirschen jungen Hold nur Bill antat. Sein trüglicher Instinkt hatte ihn dies nicht ahnen lassen; aber als bedarfter Mensch fand er es durchaus natürlich, daß ihm schon nach wenigen Schritten ein geschlachter Bär begegnete.

Von dem Getüm erwartete unser wirscher Freund nur Gemach und hatte damit völlig recht. Gleich herrschte Stimmigkeit zwischen den beiden. So blieb es nicht aus, daß der Hold das Gehauer zum zweiten Frühstück zu sich nach Hause einlud – als entwegter Waldläufer war er ohnehin froh, nur ermüdlich laufen zu müssen.

Die Freude des Bären war bändig, aber als ererbittliches Getüm ging er mit.

Am Frühstückstisch setzte der Hold dem Geheuer Honig vor und war erstaunt, wie gehobelt der Bändige war. Der Bär langte nur sehr einwegt zu, sein Appetit war offenbar ersättlich. So war es ausbleiblich, daß der Honigtopf leer wurde.