Mit großen Erwartungen beginnt die Kreuzfahrtensaison 1968/69. Die Zukunft des Tourismus liegt auf den Ozeanen

Planende Köpfe des Tourismus:

Reisebüro Institut gegründet – Tourismus, wichtiges Element im Weltaußenhandel

Von Eka von Merveldt

120 Veranstalter bieten allein in der Bundesrepublik etwa 8000 Reiseprogramme an. Sie tragen wachsende Verantwortung für das Wohl von Millionen Menschen, die in relativ kurzer Zeit des Jahres schwer verdientes Geld für die Erhaltung oder Wiederherstellung ihrer Gesundheit und für neue Anregungen und Erlebnisse opfern. Das Deutsche Reisebüro (DER) in Frankfurt hat ein „Deutsches Reisebüro Institut“ gegründet, eine Zentrale, die Erfahrungsberichte, Untersuchungen, Schätzungen oder Grundlagenforschungen, die durch Privatinitiative, wissenschaftliche Fakultäten einiger Universitäten oder Verkehrsgesellschaften, wie Bundesbahn und Lufthansa, erarbeitet werden, sondieren, sichten und auswerten soll, um Klarheit und feste Begriffe in die unübersichtlich gewordene Branche zu bringen und die Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Fremdenverkehrswirtschaft zu schaffen, die mit einem Weltumsatz von rund fünfzig Milliarden Mark innerhalb weniger Jahre zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in vielen Ländern der Erde geworden ist.

Kein Zweifel: Die Reiselust hält an. Reisen ist das liebste Vergnügen der Deutschen, und obwohl auch 1968 bisher ein Jahr der Turbulenzen und Überraschungen war und das Touristengeschäft mühsamer anlief, ist es am Ausgang der großen Reisesaison noch in vollem Schwung, und eine vorsichtige Bilanz zeigt: Es war besser als zunächst erwartet wurde.

Noch mehr als das Jahr 1967 mit der Nahostkrise und dem Umsturz in Griechenland ist die Reisesaison 1968 von weltpolitischen Ereignissen überschattet gewesen. Internationale Krisen, Währungsabwertungen und zeitweilige wirtschaftliche Rezessionen hatten heftige Rückwirkungen auf den Tourismus, ein sehr anfälliges und risikoreiches Gewerbe, das mit menschlichen Sehnsüchten, mit Sonne, Sand, Meer und Erotik Geschäfte macht.