Celle

Rehwinkel, Hans-Jürgen, Jahrgang 1929, Landwirt, bewirtschaftet als einziger noch lebender Sohn des Bauernpräsidenten Edmund Rehwinkel den väterlichen Hof. Zum gleichen Zeitpunkt, zu dem sein Vetter Wilfried Hasselmann den Vorsitz der niedersächsischen CDU übernimmt, kandidiert Rehwinkel junior als Parteiloser für die NPD bei den Kommunalwahlen in Westercelle, einem Vorort der alten Residenzstadt Celle, in der Lüneburger Heide.

Welche Gründe bewegen Sie, für die NPD zu kandidieren?

Rehwinkel: Ja, das sind zunächst landwirtschaftliche Gründe, und zwar müssen Sie ja wissen, die Landwirtschaft hat am Wirtschaftswunder nicht profitiert, und ich meine, weil wir mit der Wirtschaftspolitik nicht einverstanden sind – vielmehr ich –, wäre es ja ein Unding gewesen, wenn ich für die CDU kandidiert hätte. Der andere Grund ist der, daß unser Kreislandwirt der Wählergemeinschaft angehörte, und da war ich sehr von angetan, und auch noch ein großer Teil von Landwirten in meinem Alter und noch älter. Wir hatten vor, wieder in diesem Jahr das mit der Wählergemeinschaft hier zu machen. Das hat uns dieser gute Mann hier durcheinandergebracht, dem er uns sechs Wochen vor Einreichung der Liste vor vollendete Tatsachen gestellt hat und gesagt hat: Ich kandidiere für die CDU. Und da haben wir gesagt: Gut, wenn er das macht, dann treten wir als Parteilose der NPD bei. Das haben wir hier im großen und ganzen alle gemacht, ich würde sagen, auf Kreisebene wohl 17 oder 18 Landwirte kandidieren für die NPD.

Herr Rehwinkel, zurück zu Ihrer Person. Warum sind Sie, wenn Sie für die NPD kandidieren – und dazu gehört ja wohl ein wesentlicher Entschluß – nicht Mitglied der Partei geworden?

Rehwinkel: Meine Ansicht ist immer schon deutschnational-konservativ gewesen, also ich habe immer, obwohl mein Vater Gegner des Dritten Reiches war, und ich mit manchem nicht einverstanden war, immer eine nationale und eine Rechtseinstellung gehabt. Deswegen kommt das gar nicht von ungefähr. Ich habe es sehr bedauert, daß die Deutsche Partei zugrundegegangen ist. Sie war nämlich nicht zu scharf rechts, aber eine sehr gute konservative Partei. Und da es keinen Ersatz gab, und die NPD – ich meine, man kann nicht von vollwertigem Ersatz sprechen. Es ist noch eine junge Partei.

Wenn ich noch einmal auf meine Frage zurückkommen darf. Was sind die Gründe, weshalb Sie nicht in die Partei eingetreten sind?