In letzter Minute haben die Vorstände des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau und der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie dem Bundeswirtschaftsminister die Vollzugsmeldung überbracht: Die große Mehrheit der überbracht: hat sich entschlossen, ihre Bergbauinteressen in die Gesamtgesellschaft einzubringen.

Bergwerksgesellschaften, die gut 80 Prozent der Ruhrförderung umfassen sind grundsätzlich bereit, gemeinsame Sache zu machen. „Vorbehaltlich eine befriedigende Klärung der noch offenen Fragen“, heißt es in der Beitrittserklärung der Hoesch AG.

Gewisse Bedenken haben auch andere Gesellschaften, die aber offenbar nicht mehr schwerwiegend genug sind, um dem Projekt fernzubleiben. Zu den Vorbehalten gehören insbesondere Fragen der Bewertung, der einzubringenden Vermögensteile sowie in einzelnen Fällen gewünschte Sonderregelungen für bestehende Absatzverbindungen. Darüber wird in diesen Tagen noch hart verhandelt.

In der kleinen Gruppe der nicht fusionsbereiten Bergbau-Gesellschaften sind nicht nur die sogenannten Ausländerzechen. Während die in französischem Besitz stehende Harpener Bergwerks AG sich noch in letzter Stunde für die Einheitsgesellschaft entschieden hat, haben sich – von den deutschen Gesellschaften – die Rheinstahl Bergwerk AG, die zur Contigas-Gruppe gehörende Steinkohlenbergwerk Westfalen AG und die im Alleinbesitz der BASF liegende Gewerkschaft Auguste Victoria nicht zu einem Ja-Wort entschlossen.

Rheinstahl gilt indessen als noch unentschlossen. Abseits stehen dagegen die zum Texaco-Bereich zu zählende Rheinpreußen AG, die von der französischen de-Wendel-Gruppe kontrollierten Zechen Friedrich Heinrich und Heinrich Robert und die Zeche Erin, die über den Eschweiler Bergwerks-Verein in die Einflußsphäre der luxemburgischen Arbed gehört.

Die Ausländerzechen stoßen sich vor allem daran, daß das Vertragswerk über die Einheitsgesellschaft vorschreibt, die den Altgesellschaften zufließenden Verkaufserlöse im Ruhrgebiet zu investieren. Die ganze Verkaufssumme von 2.1 Milliarden Mark – die in 20 Jahren vom Staat verbürgt zu amortisieren ist – soll im Wege der Vorfinanzierung bereits in fünf Jahren für Investitionen in den Steinkohlenrevieren zur Verfügung stehen.

In Übereinstimmung mit dem Vertrag können allerdings die Investitionsverpflichtungen übertragen werden, jedoch stehen dann auch die vorgesehenen Zinszuschüsse nur den Altgesellschaften zu, die diese Verpflichtung erfüllen.