Der technische Fortschritt sprengt die nationalen Grenzen

Von Rolf Roth

Fortschritt und Wohlstand der Menschheit fordern den Konzentrationsprozeß in der Wirtschaft geradezu heraus. Diese These vertrat Edgar Salin, Professor für Staatswissenschaften an der Universität Basel, in seinem Beitrag „Keine Angst vor Größe“ (DIE ZEIT Nr. 31). Zu diesem Thema stellte uns Rolf Roth, der sich mit Fragen der Marktforschung und Unternehmensplanung beschäftigt, folgenden Beitrag zur Verfügung.

In der sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Kartellgesetz, Ladenschlußgesetz und einer Unzahl weiterer Gesetze und Verordnungen zur Herstellung möglichst gleicher Wettbewerbsbedingungen wird der Konzentrationsprozeß von vielen als mißtrauenerregendes Übel betrachtet. Dieses (Vor-) Urteil ist jedoch weder makro- noch mikroökonomisch haltbar.

Volkswirtschaftliches Wachstum – und damit eine Steigerung des Lebensstandards aller an der Volkswirtschaft beteiligten Gruppen – ist nur erreichbar, wenn in den Unternehmen durch dauernde Kostensenkung und ihre Weitergabe in Form gesenkter Preise oder verbesserter Qualität die Vorbedingungen zur Erhöhung der Kaufkraft der verfügbaren Einkommen geschaffen werden. Das Interesse der Konsumenten (beste Versorgung zu günstigen Preisen) begegnet hier dem der Produzenten (Gewinne aus Marktpreisen zu erzielen und sie durch Kostensenkung zu vergrößern).

Kein Konkurrenzausschluß

Auch Großunternehmen, die in den Ländern der EWG durchweg als Oligopolisten auftreten, haben, bedingt durch die Mißbrauchsaufsicht, kaum ein Interesse daran, den Konsumenten zu übervorteilen, wie etwa der Rektor der Ruhr-Universität Bochum, Professor Biedenkopf, in verschiedenen Veröffentlichungen befürchtet.