Die durch Unfälle verursachten Folgen, die körperliche und seelische Schäden erzeugen, sind in Geldwert meistens nur unzureichend auszudrücken, zumal das wahre Ausmaß vieler Leiden die menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Daher ist es erfreulich, daß die Gerichte jetzt unvergleichlich höhere Schmerzensgeldbeträge zuerkennen, als es zuvor der Fall war. So hat das Landgericht Köln (Urteil v. 8. 12. 67 – 3 0 402/62) zwei jüngeren Arbeitern je 70 000 Mark Schmerzensgeld zugesprochen, die schwerste Verbrennungen am Oberkörper und an den Beinen erlitten hatten, obwohl beide Verletzten nur die Mindestsumme von 20 000 Mark gefordert hatten.

Das Landgericht Wuppertal (Urt. v. 24. 7. 63 – 3 0 267/61) hat für eine unfallbedingte Herzschädigung 40 000 Mark Schmerzensgeld plus 150 Mark Monatsrente auf Lebenszeit anerkannt. Das Landgericht Hamburg (Urt. v. 9. 10. 64 – 6 0 484/63) gewährte 100 000 Mark Schmerzensgeld für eine Querschnittlähmung.

Freilich wirken diese Summen erfreulich, wenn man sie allgemein im Vergleich zu den früheren Bagatellbeträgen wertet. Sie sind jedoch noch viel zu gering, wenn man, sie an den tatsächlichen Leiden der Opfer mißt.

Manfred Mielke