Aus den „Antimemoiren“ von André Malraux

Übersetzung: Carlo Schmid

Wie der russische Staat vor dem Krieg, so braucht der chinesische Staat Feinde. Das Elend rückt fern, die Landeigentümer der Zeiten des Kaiserreiches und der Kuomintang sind tot, die Japaner und Tschiang Kai-schek sind nicht mehr da.

Mehr als zweihundertachtzig Millionen Chinesen sind jünger als siebzehn Jahre: ihre älteste Erinnerung ist die Einnahme von Peking.

„Da fällt mir etwas ein“, sagt Mao scheinbar außer jedem Zusammenhang, „vor einigen Monaten habe ich eine parlamentarische Delegation aus Ihrem Lande empfangen. Glauben Ihre sozialistischen und kommunistischen Parteien wirklich, was sie sagen?“

„Es kommt darauf an, was sie sagen ...

Die sozialistische Partei ist in erster Linie eine Partei von Beamten, die sich über die Gewerkschaften des Gewerkschaftsbundes Force Ouvriere, die in der Verwaltung Frankreichs ihre Bedeutung haben, zu Geltung und Wirkung bringt. Sie ist eine liberale Partei, die sich eines marxistischen Wortschatzes bedient. In Südfrankreich wählen nicht wenige Weingutsbesitzer sozialistisch.“