Dr. Axel Mittelstadt, Frankreichs Währungspolitik von Poincaré bis de Gaulle – Neue Schriftenfolge des Institutes für das Kreditwesen. Herausgeber Professor Dr. Otto Veit, 270 Seiten, brosch. 39,80 Mark, Fritz Knapp Verlag, Frankfurt.

Frankreichs Währungspolitik unter General de Gaulle hat im internationalen Währungssystem einige Unruhe verbreitet. Die Forderung – von seinem Finanzexperten Jacques Rueff inspiriert –, zum Goldstandard zurückzukehren, ist in der westlichen Welt auf heftigen Widerstand gestoßen, zum Teil, weil man das zur Verfügung stehende Währungsgold als nicht ausreichend betrachtete, zum Teil, weil man hinter de Gaulles Forderung rein politische Motive vermutete.

De Gaulle hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß er die Vormachtstellung des US-Dollars auf währungspolitischem Gebiet mit Unbehagen und Mißtrauen betrachtet. Andere Länder dagegen haben nicht vergessen, daß es der Dollar war, der nach dem Kriege den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und die Wiederingangsetzung des freien Welthandels ermöglichte. Aber selbst diejenigen, die das geltende Währungssystem für reformbedürftig hielten, haben sich der Pariser Forderung nicht angeschlossen.

In der währungspolitischen Diskussion ist dabei jedoch übersehen worden, daß Frankreich hier schon seit eh und je eigene Wege gegangen ist. Das französische Volk hat sich oft Regierungen gewählt, die als oberstes Ziel die Stabilität der Währung setzten. Ob sie dieses Ziel besser oder häufiger erreicht haben als die Regierungen anderer Länder, ist eine andere Frage.

Alex Mittelstadt hat zu diesem Thema einen Beitrag geleistet, der den Hintergrund für die französische Währungspolitik beleuchtet. Allerdings bewegt er sich weitgehend in der Theorie der französischen Währungspolitik, ohne die Bezüge zu den praktischen Auswirkungen herzustellen. Sein Thema ist die währungspolitische Diskussion, nicht der politische Meinungsstreit.

Eines wird allerdings in seinem Buch klar: der Hang zum Golde ist keine Erfindung der Fünften Republik General de Gaulles, sondern die Währungspolitik des Generals ist nicht zuletzt von dem Hang der Franzosen zur Sparsamkeit, zur Sicherheit beeinflußt. Inwieweit die neueste Entwicklung – der Schwund der französischen Gold- und Währungsreserven nach den Mai-Unruhen in Frankreich – zu einer Änderung des französischen Standpunktes beiträgt, konnte der Autor noch nicht voraussehen. mh.