Von Adolf Metzner

Die Weltrekorde purzelten in South Lake City Dort – etwa 500 km östlich von San Francisco – führen die amerikanischen Leichtathleten schon seit geraumer Zeit ihre letzten Qualifikationskämpfe für Mexico City durch. Sie lassen sich Zeit, die US-Athleten in dem idyllischen Flecken am Lake Tahoe, der ebenso hoch wie der Olympiaort gelegen ist; denn je länger sie bleiben, um so besser ist die Anpassung an die Höhenlage von 2250 m. Inzwischen wurden immer neue, sensationelle Weltbestleistungen im Stadion „Echogipfel“ erzielt.

Dies sind bis zum Augenblick die neuen Weltrekorde:

  • 200 m John Carlos 19,7 sec (bisher 20,0 sec)
  • 400 m Lee Evans 44,0 sec (bisher 44,5 sec)
  • 400 m Hürden Geoff Vanderstock 48,8 sec (bisher 49,2 sec)
  • Stabhochsprung: Bob Seagren 5,41 m (bisher 5,38 m)

Die großartigste Leistung dürfte die des 1,90 m großen und 86 kg schweren Negers John Carlos sein, der Tommie Smith, obwohl dieser mit 19,9 sec auch unter 20 Sekunden blieb, diesmal klar besiegte. Die folgenden Sprinter erzielten noch 20,0 und 20,1 sec.

Als ich Carlos im vorigen Jahr in Montreal sah, wo er die 200 m beim Erdteilkampf bei stärkstem Gegenwind in einer Zeit gewann, die ein deutscher Sprinter mit Rückenwind noch nie erreichte, schrieb ich, daß er den Weltrekord von 20,0 sec brechen könne. Inzwischen verlor er wiederholt gegen Tommie Smith, den entthronten 400-m-Weltrekordmann. Jetzt aber trumpfte der Hüne aus San José in Kalifornien in großem Stil auf. Lee Evans 44,0 über 400 m stehen aber der Zeit von John Carlos nicht nach.

So bewundernswert die menschliche Leistung ist, so muß doch auch an diese Fabelzeiten im „Echogipfel“-Stadion eine kritische Sonde angelegt werden.