Die Spannungen im Nahen Osten halten an. Am Wochenanfang geriet eine israelische Patrouille auf dem Ostufer des Suezkanals in einen Hinterhalt arabischer Terroristen; ein Soldat wurde verwundet. Zuvor waren sechs Israelis im Jordantal getötet worden – darunter jener Oberstleutnant, der im Sechstagekrieg des vorigen Jahres die Flagge mit dem Davidstern über der Klagemauer in Jerusalem aufgezogen hatte.

Verteidigungsminister Mosche Dayan erstattete dem Kabinett einen „dringenden Bericht“ über die jüngsten Zwischenfälle – gewöhnlich ein Anzeichen für bevorstehende Repressalien der Israelis.

Derweil ließ sich der ägyptische Staatspräsident Nasser vom Nationalkongreß der Staatspartei „Arabische Sozialistische Union“ einen Blankoscheck für die Rückeroberung der besetzten Gebiete ausstellen. In einer Resolution heißt es: „Der Nationalkongreß stellt nicht nur die Notwendigkeit eines Krieges gegen den Feind fest, sondern fordert auch den Sieg.“

Während der jordanische König Hussein seine „arabischen Brüder“ in Kairo und Beirut besuchte, um sich Rückendeckung für den Kleinkrieg mit Israel zu verschaffen, erklärte der ägyptische Außenminister Riad in London: Die Lage sei „außerordentlich ernst und gefährlich“, der Krieg im Nahen Osten könne jederzeit wieder aufflammen.