Hugo Schui, Kreuzritter im Kampf um den Schutz der deutschen Verbraucher, macht wieder einmal von sich reden. Der Exangestellte des Bundesernährungsministeriums und hauptberufliche Vorsitzende des „Deutschen Verbraucherbundes“ argwöhnt, daß böse Interessenten Sand ins Getriebe der Gesetzgebungsmaschinerie streuen.

Objekt seines Argwohns ist der von der Bundesregierung eingebrachte Entwurf eines Gesetzes über das Meß- und Eichwesen. Laut Paragraph 14 dieses Entwurfs müssen auf alle im Einzelhandel verkauften Fertigpackungen die Preise für ein Kilogramm oder ein Liter der betreffenden Ware gedruckt werden. Das erleichtert den Preisvergleich.

Hugo Schui fürchtet, der Paragraph über die krummen Gewichte könne aus dem Gesetzentwurf herausoperiert werden, oder es könnten – wie schon bisher – Ausnahmen für Markenartikel gemacht werden. So ließ denn der streitbare Verbraucher-Fürst Mitglieder seines Bundes gleichlautende Briefe an die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien schicken. Und siehe da: lediglich die SPD-Fraktion ist eindeutig für den „krummen Gewichts-Paragraphen“.

Der Entwurf des Eichgesetzes soll bald den Wirtschaftsausschuß des Bundestages verlassen. Dann wird es sich zeigen, ob Hugo Schui gegen Windmühlenflügel kämpfte oder ob einige Interessenflügel tatsächlich so kräftig schlagen, daß sie die Auszeichnungspflicht für Kilos und Liter hinauszuzögern oder gar zu verhindern vermögen. izh