Neulich traf ich den Verleger Dr. Seiler von Best & Seiler. Er machte einen ziemlich zermürbten Eindruck. Besorgt erkundigte ich mich nach dem Grund. „Dieses Jahr macht mich völlig fertig.“

„Was ist mit diesem Jahr?“

„Es ist einfach zu schnell. Der Markt kommt ja gar nicht mehr mit. Sehen Sie sich mal unser Lager mit unverkauften Exemplaren unseres Bildbandes vom arabisch-israelischen Krieg an. Von dem hatten wir uns soviel versprochen. Aber als der Verkauf richtig in Gang kam, passierte dort unten so gut wie gar nichts mehr, und dasInteresse für diese Gegend ließ sehr nach. Dafür passierte dann diese tragische Sache mit Martin Luther King. Natürlich stiegen wir gleich groß ein, und bereiteten eine Paperback-Ausgabe vor: ‚Martin Luther King – gesehen von seinen Freunden.‘ Es wäre ein Prachtstück geworden.“

„Aber es wurde nichts daraus?“

„Nein. Jetzt kam ja die revolutionäre Welle über uns. Da mußten wir natürlich mitziehen. Die Frage war nur: Ché Guevara oder Studenten?“

„Wie wurde sie bei Ihnen entschieden?“

„Sowohl als auch. Einerseits konzentrierten wir uns ganz auf Dutschek ...“