Orlando di Lasso: „Die Klagen des Hiob“; Cappella Vocale Hamburg, Leitung: Martin Behrmann; Da camera magna SM 94 022, 25,– DM

Die Werke Orlando di Lassos sind fast stets an einen Text gebunden und damit nur dem zugänglich, der die altertümliche Sprache beherrscht. Anders ist es mit den Klagen des Hiob: Der lateinische Text ist kaum zu verstehen; man hört Vokalisen. Das ist ein Gewinn. In der zeitlosen und ungebundenen Schönheit des Werkes hat sich der Begriff von der ewigen Harmonie realisiert.

Johann Sebastian Bach: „Sonaten und Partiten für Violine solo“; Henryk Szeryng; Deutsche Grammophon Gesellschaft 139 270 / 72, 75,– DM

Szeryng spielte die sechs Sonaten und Partiten schon einmal auf Platten ein (Odeon 80 753/55); trotzdem hat es seine Berechtigung, daß der hervorragende Geiger Bachs Kammermusiken noch einmal aufgenommen hat. Die neue Aufnahme ist konzentrierter in der Darstellung; sie ist nicht so virtuos und unbefangen wie die alte, die Tempi sind fast immer ruhiger geworden. Die Akzente aber sind organischer gesetzt, so daß sich jeder musikalische Gedanke mit Intensität entwickeln kann.

Wolfgang Amadeus Mozart: „Divertimenti KV 136-138“ und „Serenata notturna, KV 239“; Academy of St.-Martin-in-the-Fields, Leitung: Neville Marriner; Teldec SAWD 99778-B, 21,– DM

Sprühende Musik zur geistvollen Unterhaltung wird hier bezaubernd dargeboten.

Paul Hindemith: „Die sieben Kammermusiken, die sogenannten Brandenburgischen“; Concerto Amsterdam; Teldec SLT 43 110 – 12/B, 43,– DM

Hindemiths Kammerkonzerte entstanden zwischen 1921 und 1928. Der Komponist beherrschte damals schon erstaunlich gut das Handwerk der musikalischen Form. Doch das beeindruckt wenig. Es ist das Feuer der Revolution aus den legendären zwanziger Jahren, das heute noch zündet. Die Werke des aufrührerischen Hindemith haben ihre Bedeutung nicht verloren.