Rien ne va plus – nichts geht mehr, das möchte man den Teilnehmern am Kohle Roulettespiel jetzt laut und deutlich zurufen. Die Form ihrer Zustimmung zur Kohle-Einheitsgesellschaft läßt vermuten, daß die Bergbaugesellschaften noch mehr Vorteile auf Kosten der Allgemeinheit für sich herausschlagen wollen, als ihnen schon seit Jahren und erst recht mit dem Kohleanpassungsgesetz gewährt werden. Nur grundsätzlich haben sie zugestimmt und auch hier steckt der Teufel natürlich im Detail.

Das Feilschen um Subventionen jeder Art hat lange genug gedauert. Es darf in den kommenden Wochen nicht neuen Höhepunkten zueilen, wie Skeptiker befürchten. Manche Äußerung von der Ruhr scheint ihnen recht zu geben, ebenso der Zusammenschluß der vier bisher selbständigen Unternehmensverbände des Kohlebergbaus Ruhr, Saar, Aachener Bezirk und Niedersachsen – zu einem gemeinsamen Interessenverband, der offensichtlich die Stoßkraft der Kohle-Lobby noch steigern soll.

Regierung und Öffentlichkeit ließen es in den zwölf Jahren der Kohlekrise nicht an Verständnis für den Bergbau fehlen. Unternehmer und Bergleute haben ansehnlichen Gewinn daraus gezogen. Kein Politiker könnte aber noch bei weiteren Zugeständnissen auf Zustimmung der Öffentlichkeit hoffen. Jetzt muß das Spiel aus sein – les jeux sont fait. ks.