Im US-Staat Oklahoma gibt es jetzt falsche Postmänner – aber mit richtiger Uniform. Nur Details unterscheidet ihren Arbeitsanzug von dem der staatlichen US-Briefträger.

Ein findiger Geschäftsmann entdeckte im Postgesetz Amerikas eine Lücke. Das Gesetz aus dem Jahre 1792 räumt der Post eine Monopolstellung beim Transport von Briefen ein, wenn sie „adressiert“ sind. Postsendungen ohne Anschrift kann jedermann austragen. Massenwurfsendungen von Warenhäusern, aber auch Zeitungen und Zeitschriften fallen unter die Rubrik der nichtadressierten Post.

Nur die US-Post darf die normalen Hausbriefkästen benutzen. Wer diesem Gesetz zuwiderhandelt, muß mit einer Strafe von 300 Dollar rechnen. Der Postminister in eigener Regie hat dies Hindernis längst überwunden. Seine Briefträger stecken die Post in Plastikbeutel und hängen sie an die Haustürklinken. Werbefirmen lassen, die Beutel bedrucken und die private Post verdient je 1000 Tüten drei Dollar.

Im Rahmen einer Expansion von Küste zu Küste werden Postlirenzen vergeben. Das Vorrecht, für diese Post arbeiten und verdienen zu dürfen, kostet je 100 000 Einwohner 10 000 Dollar.

Bei dieser Post kann der Auftraggeber bestimmen, wann seine Sendung ausgetragen wird. Der Privatpostillion kommt voll auf seine Kosten; 1000 Werbebriefe trägt er um 18 Dollar billiger aus als die US-Mail, die dafür 43 Dollar in Rechnung stellt.

Der Löwenanteil des 1,3-Billionen-Dollar-Defizits der US-Mail entsteht durch den Versand von Zeitungen, Zeitschriften und Werbematerial. Die private Post aber verdient auf diesem Sektor recht gut. ra.