Die XX. Frankfurter Buchmesse und die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wurden durch lebhafte Demonstrationen und entsprechende Polizeiaktionen erheblich gestört. Mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen einschließlich Panzeraufgebot antworteten die Behörden der Olympia-Stadt Mexico City auf neue Studentenunruhen. Der Bezirksvorstand des Berliner DGB forderte von den alliierten Schutzmächten ein Verbot der NPD. Bundesinnenminister Ernst Benda bestritt das Vorliegen eines Antrags der Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht auf Verbot der NPD. Der 47. Deutsche Juristentag in Nürnberg formulierte radikale Forderungen für eine Reform des Sittenstrafrechts.

Bonner Herbst

Das politische Bonn bereitete sich auf die erste Plenarsitzung des Bundestages nach der parlamentarischen Sommerpause vor. Im niedersächsischen Kommunalwahlkampf wurde eine starke Beteiligung ehemaliger Kommunisten bemerkt. Nach ihrer Wahlniederlage kam es in der schwedischen KP zu scharfen Auseinandersetzungen. Der stellvertretende DDR-Außenminister Georg Stibi bemühte sich in Genf um Kontakte zu den Delegationen der Atomsperrvertragskonferenz.

Proteste und Manöver

Rumänien und Jugoslawien reagierten auf den Sofia-Besuch des Oberkommandierenden der Warschauer-Pakt-Streitkräfte mit gesteigerter Nervosität. Die Regierung Albaniens protestierte in einer Note an Sofia gegen sowjetische Truppenkonzentrationen in Bulgarien. Peking warnte die Sowjetunion in scharfer Form vor einer Invasion Albaniens. Auf dem Weg ins Mittelmeer passierten drei weitere sowjetische Kriegsschiffe den Bosporus. Die NATO-Marine-Manöver zwischen Island und den Faröer-Inseln wurden von sowjetischen Flugzeugen und Schiffen beobachtet.

Sehr für Sicherheit

Die Niederlande beschlossen angesichts der verschärften Spannungen in der Weit eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben um 250 Millionen Gulden. In Wien kursierten Spekulationen über eine Wehrsteuer oder eine Wehranleihe zur Finanzierung verstärkter Sicherheitsvorbereitungen. Durch widersprüchliche Erklärungen der Westmächte wurde die sowjetische Auslegung der „Feindstaatenklausel“ der UN-Charta nur teilweise entkräftet. Jerusalem und Kairo bedrohten sich wechselseitig für den Fall weiterer Angriffe mit massiven Vergeltungsschlägen.