Es gibt eine Art von gekünsteltem Unsinn, den der Halbköpfige leicht für tiefe Wahrheit, ja, wohl für ein Weben des Genies hält.

Georg Christoph Lichtenberg

Bildungsgeschäfte

Studenten der Universitäten Tübingen und Stuttgart und der baden-württembergischen Hochschulen taten sich zusammen, um bildungsfreudigen Bürgern in Sachen Fernunterricht zu helfen – durch Beratung und deutliche Auskunft über das, was von den ehrlichen und den unehrlichen Fernlehrinstituten in der Bundesrepublik zu halten ist. Es konnte nicht ausbleiben, daß manchen Instituten nicht paßte, was da über sie gesagt wurde; sie drohten mit den Gerichten, weil sie ihr Geschäft geschädigt sahen, und unterstellten den Studenten, sie machten Reklame und seien bestechlich, jetzt sammeln die Studenten Material, um zu beweisen, wie recht sie mit ihren Vorwürfen haben. Wer sich von unseriösen Instituten übervorteilt fühlt, wer Pech gehabt hat, soll sich an sie wenden: Aktion Bildungsinformaden e. V., Stuttgart, Alte Poststraße 5.

Nicht menschenwürdig

Einundzwanzig führende katholische Theologen aus acht europäischen Ländern, die zwei Tage lang in Amsterdam über die Enzyklika „Humanae vitae“ konferierten, stellten zum Abschluß ihrer Tagung in einem Kommuniqué fest, daß das Rundschreiben Pauls VI. nicht die Erwartungen erfüllt, die durch das II. Vatikanische Konzil geweckt worden sind. Nach Meinung der Theologen besteht aus moralischer Sicht kein Unterschied zwischen der Beachtung der unfruchtbaren Tage und dem Gebrauch antikenzeptioneller Mittel, etwa der Pille. Der moralische Wert einer Methode, sagen die Theologen, hänge nicht davon ab, ob sie von biologischem Wissen getragen sei, sondern davon, ob sie zur Verwirklichung der ehelichen Liebe und zu einer verantworteten Elternschaft beitrage. Weiter kritisieren die Theologen die Art und Weise, in der die Enzyklika, „mit der die Gläubigen nichts anzufangen wissen“, zustande gekommen sei: gegen die Überzeugung der großen Mehrheit der Expertenkommission. Ein solches autoritäres Rundschreiben stimme nicht mit den Grundsätzen menschlicher Würde überein.

Zweites Galilei-Urteil