Von Georges-Louis Puech

Als die deutschen Hoteliers aus ihrem Dornröschenschlaf erwachten, war es zu spät. Die Deutsche Lufthansa hatte gerade ihre Hochzeit mit der größten Hotelkette der Welt, der Intercontinental Hotels Corporation (IHC), gefeiert.

Diese Vernunftehe überraschte die deutschen Hoteliers. In aller Stille hatten zwar viele von ihnen von einer Liaison mit der Lufthansa geträumt, doch wagte kaum einer, mit ihr anzubändeln. Nur die größte deutsche Hotelkette, die Steigenberger-Gruppe in Frankfurt, hatte schon erste Bande geknüpft. Schriftlich bat die Geschäftsführung von Steigenberger um eine Aussprache. Zu dieser Zeit – Ende vergangenen Jahres – verhandelte die Lufthansa noch mit der zweitgrößten Hotelkette der Welt, der Hilton-Gruppe, und mit dem englischen Hotelkonzern Sheraton.

Die Lufthansa, die das Geschäft von morgen – wenn Super-Jets mehr als 400 Passagiere über den Atlantik bringen werden – nicht verpassen möchte, suchte einen Partner, der in der Lage war,

  • ein internationales Reservierungssystem anzubieten, das imstande ist, mit Hilfe eines Computers in wenigen Minuten ein Hotelzimmer irgendwo in der Welt zu bestellen,
  • einen Anschluß an eine internationale Hotelkette zu bieten, die in fast allen großen Städten der Welt Luxushotels unterhält.

Die Lufthansa ist, wie übrigens viele andere Luftfahrtgesellschaften, überzeugt, daß in den siebziger Jahren Buchungen nur möglich sein werden, wenn der Fluggast gleichzeitig eine Unterkunft bei „seiner“ Luftfahrtgesellschaft bestellen kann.

Die Steigenberger-Gruppe verfügte zwar nicht über ein solches Reservierungssystem; sie war aber bereit, mit der Lufthansa ein solches System innerhalb von wenigen Jahren aufzubauen. In der Mitgift lagen schon die 13 Hotels, die diese Gruppe in der Bundesrepublik unterhält oder führt. Diese Hotels, dazu noch ein Hotel in Rom, sollten den Anfang einer weltweiten Hotelkette bilden.