In den Monaten Juli und August hat die deutsche Automobilindustrie stolze Produktionsziffern aufzuweisen. Sie stellte nicht weniger als 28 Prozent mehr Kraftfahrzeuge her als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Und sogar noch die Ergebnisse der entsprechenden Zeit von 1966 – also vor der Rezession – wurden um vier Prozent übertroffen.

Allerdings hat diese stolze Bilanz einen Schönheitsfehler. Denn der Inlandsabsatz stagniert. Zwar waren die Zulassungen neuer Pkw im August um knapp ein Prozent höher als 1967, aber dieser Zuwachs dürfte vor allem den Ausländern zugute gekommen sein, die in diesem Jahr überdurchschnittliche Erfolge auf dem deutschen Markt erzielen konnten.

So ist die Zunahme der deutschen Produktion fast ausschließlich auf höhere Auslandsverkäufe zurückzuführen. Die Exportquote der Automobilindustrie ist denn auch von 53,9 Prozent 1966 über 57,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 66 Prozent 1968 hochgeschnellt. Von drei Kraftwagen werden zwei exportiert.

Angesichts dieser starken Auslandsabhängigkeit fällt es schwer, ein leichtes Unbehagen zu unterdrücken; immerhin hängen direkt Und indirekt neun von 100 Arbeitern von der Automobilindustrie ab. VW-Chef Lotz kritisiert deshalb zu Recht, daß hierzulande technische Vorschriften ohne Abstimmung mit den Ländern erlassen werden, die zu unseren guten Autokunden gehören. mh.