Wirtschaft

Französische Unternehmen: Flucht in die Größe

Die französische Industrie sucht ihr Heil in der Konzentration. Durch Rationalisierung und Verbesserung der Struktur im Rahmen größerer Unternehmenseinheiten will sie die nach den Mai Unruhen sprunghaft gestiegenen Kosten wieder ausgleichen.

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DIE ZEIT

Der Kanzler ist zu weich

Kurt Georg Kiesinger ist vor vielen Jahren als brillanter außenpolitischer Redner in die Bonner Arena eingezogen............

Die Quittung

Wieviel Unlust, Gram und Ratlosigkeit zwei Tage lang unter den Gesprächspartnern im Budapester „Gellert“-Hotel herrschte, wird man im einzelnen kaum je erfahren.

Hellenen-Kreuz

Alle Diktatoren verraten sich durch Torheit – auch die griechischen. Hätten sie sich bei der Abstimmung über die neue Verfassung mit 60 Prozent Ja-Stimmen begnügt, oder auch mit 70 Prozent, es fiele einem leichter, den Spruch des Volkes als unverfälscht hinzunehmen.

Opas KP?

Es gibt sie wieder, und sie agieren, ohne den Staatsanwalt fürchten zu müssen: Bonn hat seine Kommunisten zurück. Sie fanden sich in einer neuen Partei zusammen und nennen sich schlicht: „Deutsche Kommunistische Partei“ – DKP.

NPD – minus

Die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen, im schlechten Ruf überdies, das Stammland der Rechtsreaktionäre zu sein, haben ihre kommunalen Abgeordneten gewählt.

„Chirurg der griechischen Demokratie“

Er ist kleiner, als man ihn sich vorgestellt hat – aber das hat er mit anderen Diktatoren dieses Jahrhunderts gemeinsam. Sein Händedruck ist fest, seine Haltung straff.

ZEITSPIEGEL

„Es ist eine besondere Perversität unserer Zeit, daß von Dubček in der Bundesrepublik neuerdings Goldmünzen geprägt werden. Dieser Kommunist füllt somit die Goldschatullen der kapitalistisch versnobten Gesellschaft in der Bundesrepublik.

Machtwechsel auf portugiesisch

Jahrelang, fast jahrzehntelang hatte es zu den beliebtesten portugiesischen Gesellschaftsspielen gehört, darüber zu spekulieren, was wohl geschehen werde, wenn die Zügel der Macht eines Tages den festen und sicheren Händen Salazars entgleiten würden.

Lieber Rehs als Becher

Hat für Reinhold Rehs, den Vertriebenen-Präsidenten, die politische Stunde geschlagen? Die Schleswiger Sozialdemokraten, allen voran SPD-Landeschef Jochen Steffen und die Jungsozialisten, wollen ihm für 1969 sein Bundestagsmandat streitig machen.

Wie es der Westen sieht

Alle Analysen der westlichen Experten kreisen um diesen Katalog von Fragen. Die Antworten fallen in Nuancen, je nach nationalem Standpunkt oder persönlichem Temperament, verschieden aus.

Der Volksentscheid - eine Parodie

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es sinnlos, von einem Bürgerkrieg zu sprechen. Die Griechen werden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das diktatorische Regime kämpfen.

Sperrfeuer um Jugoslawien

Die Vorbereitungen des Landes auf einen "allgemeinen Volkskrieg" zur Verteidigung des Belgrader sozialistischen Modells erscheinen übertrieben, auch wenn sie durch die tschechoslowakischen Ereignisse provoziert wurden.

Wie zu Stalins Zeiten

Manchmal heulen sie mit schriller Sirene, meist aber rasen sie lautlos über die weiß eingegrenzten Mittelfelder der breiten Moskauer Boulevards.

Zwischen Tempel und Baracke

Ohne Stander, aber mit Koran verläßt Hans-Jürgen Wischnewski mit Monatsanfang das Entwicklungsministerium in der Bonner Kaiserstraße.

Bonn: Wirbel um EWG-Kurs

Bei ihrem Konsultationstreffen am vorigen Wochenende in Bonn wurden sich Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Kiesinger bald einig: Eine europäische Politik ohne Frankreich, so versicherte der Kanzler seinem französischen Gast „klipp und klar“, werde für Europa „zerstörerisch“ sein.

Großbritannien: Wilsons Waterloo

Gleich am ersten Tag des Labour-Parteitags in Blackpool hat die Regierung Wilson eine schwere Schlappe erlitten. Mit einer Mehrheit von fast vier Millionen Stimmen erteilten die Delegierten unter Führung des linken Labour-Flügels und der Transportarbeitergewerkschaft der amtlichen Lohn- und Preispolitik am Wochenanfang eine klare Absage.

Niedersachsen: Thaddens Talfahrt

Der Sturm der Nationaldemokraten auf Niedersachsens Rathäuser fand nicht statt. Bei den Kommunalwahlen am vorigen Wochenende hat die NPD in ihrem Stammland nur 5,2 Prozent der Stimmen gewonnen (Landtagswahl 1967: sieben, Prozent).

Griechenland: Schaler Sieg

„Das Votum für die Verfassung bedeutet ein Votum für die Revolution.“ Mit diesen Worten kommentierte Ministerpräsident Papadopoulos das Ergebnis der Abstimmung, mit der die griechische Bevölkerung am vorigen Wochenende den Verfassungsentwurf der Militärjunta akzeptierte: 93,8 Prozent der Wähler hatten mit „Ja“, nur 6 Prozent mit „Nein“ gestimmt.

Von ZEIT zu ZEIT

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen verlor die NPD erheblich an Stimmen gegenüber der Landtagswahl von 1967. Bei einer Konferenz in Bonn konnten sich die Innenminister der Bundesländer auf keine administrativen Schritte gegen die NPD einigen.

KP-Weltkonferenz in Gefahr

Osteuropa lag auch vorige Woche im Schlagschatten der tschechoslowakischen Krise. Moskaus Versuch, seine Satelliten ideologisch und militärisch weiter auf Vordermann zu bringen, blieben ohne sichtbaren Erfolg.

Erfolg in Genf

Die Konferenz der nichtatomaren Staaten, die am vorigen Wochenende in Genf zu Ende ging, hat der Bundesregierung einen bedeutenden diplomatischen Achtungserfolg eingetragen: Der Bonner Resolutionsentwurf, der alle Nationen zum Gewaltverzicht auffordert, wurde mit 52 gegen 6 Stimmen bei 26 Enthaltungen angenommen.

FDP gegen Alleinvertretung

In der Debatte über die Sicherheits- und Außenpolitik demonstrierte der Bundestag vorige Woche Geschlossenheit. Alle Fraktionen sprachen sich, wie Bundeskanzler Kiesinger in seiner Regierungserklärung, für die Fortsetzung der Friedenspolitik und eine Stärkung der westlichen Bündnisse aus.

Namen der Woche

George Ball (58), UN-Botschafter der USA, trat von seinem Posten zurück, um die Wahlkampagne des demokratischen Präsidentschaftsbewer- bers Humphrey zu unterstützen.

U Thant fordert Treffen der Großen Vier

Die 23. Sitzung der UN-Vollversammlung begann vorige Woche in einer Atmosphäre des Pessimismus und der Frustration. Generalsekretär U Thant beklagte in seinem Jahresbericht den „ernsten Niedergang der internationalen Ethik und Moral“.

"Friede" als Floskel

Der "Jom Kippur" ist für die frommen Juden in aller Welt der heiligste Tag im Jahresablauf. Es ist ein Tag mit einem doppelten Sinn: "Tag der Versöhnung" und "Tag der Sühne".

Aus alt mach neu

Die CDU hat jetzt ihr revidiertes Aktionsprogramm vorgelegt. Viel besser geworden ist es nicht. Es wurde gekürzt und gestrichen und damit eine beträchtliche Straffung und Präzisierung erreicht.

Verlorene Laboursmüh’?

Einige unserer Freunde haben wir verloren, und manche unserer zuverlässigsten Anhänger fragen sich, ob nicht auch wir selbst unseren Weg verloren haben.

„Wir Lakaien des reichen Herrn“

Vor Jahren, als ich dem Dirigenten Conz meine Idee vortrug, in dieser Stadt ein Musikstück von mir zur Eröffnung des geplanten Museums für moderne Malerei aufzuführen, hätte ich noch nicht für möglich gehalten, daß ein solches Projekt (in dem auch der Wunsch einbegriffen war, mittels Kunst zu einem Einverständnis zwischen den „künstlichen Paradiesen“ solcher Kunst, ihrem Glücksversprechen, ihrer Isoliertheit und den bestehenden, scheinbar zur Demokratie tendierenden Verwaltern unserer Existenz zu gelangen) jemals die vorhandenen Komplikationen und gesellschaftlichen Widersprüche in solcher Deutlichkeit hätte zum Vorschein bringen können.

Underground an der Oberfläche

Der Eintritt in den Untergrund war nicht frei. Drei bis sieben Mark waren für zwei, drei, manchmal mehr Stunden langen Protest mit Musik und Musik als Protest zu entrichten.

Recht in unserer Zeit: Die Ehe – keine Zwangsanstalt

Das Dunkel beginnt sich zu lichten. Nachdem der 3. Senat des Bundesgerichtshofs noch im Februar in einer törichten, überaus anmaßenden Entscheidung „grundsätzlich selbst den geschlechtlichen Verkehr zwischen unverheirateten Personen als sittenwidrig“ gekennzeichnet und diese seine Meinung zur Meinung aller gerecht und billig Denkenden und zum Inhalt der „Rechtsordnung“ überhaupt erhoben hatte, kommt vom Landgericht Frankenthal ein Urteil, das von Bürgern dieses Jahrhunderts stammt (Aktenzeichen 5 Ms 9/67).

Drama im Zoo: Mini griff zu

Mini, 45 Jahre alt, in Indien geborene Elefantendame, steht wie immer am Trenngraben des Elefantenfreigeheges im Münchner Tierpark Hellabrunn und stößt einen klagenden Ton aus.

Sehr geehrte Herren!

Betr.: Tierpark-Skandal in München Sie haben sicher davon gehört, daß ein Elefant im Tierpark Hellabrunn in München ein kleines Mädchen zu Tode getrampelt hat.

Pirandello und die Folgen

Wollte man Pirandello übel, dann könnte man sagen, daß von ihm die Einsicht stammt, Schauspieler seien auf der Bühne nicht wirklich Lear, Othello oder Macbeth, sondern spielten sie nur.

Berliner Festwochen 1968: Odysseus sucht Gott

In feurig rotem Kahn steht, auf offenem Meer in der Dunkelheit, ein Mann in olivgrünem Büßerhemd, reckt langsam die Hände zum Himmel und singt: „O schauen, o dann erstaunen, und erneut wieder schauen!“ Er verharrt eine Weile.

Fernsehen:: An diesem Sonntag

... und schauen Höfer zu und dem Wochenspiegel und Ferdl, dem Clown, nehmen Bonanza zur Kenntnis und die Perspektiven aus Bonn, sehen de Gaulle winken, Kiesinger nach Worten suchen, die er in Rehs Manuskript finden könnte, sehen den keuchenden Staublungen-Opa in einem Fernsehspiel des Max von der Grün, und wenn dann die Richter von morgen drankommen, stellen sie ab, der Tag ist vorbei, das Angebot war abwechslungsreich, die Ware vortrefflich verpackt, der Konsument kann zufrieden sein: Es gab Frühschoppen-Suppe, als Hauptgericht ein komödiantisches Spiel, Die Rivalin, am Dessert, dem Volkstanz der Welt, fehlte es so wenig wie an den Petits fours, ein Tigerbaby verliert seine Streifen, und was die Getränke angeht, so sah sich der Fruchtsaft – Flipper, der kleine Hund – in angenehmer Weise durch reichlich vergossenen Meß- und Abendmahlswein, griechischen Rezina und vietnamesischen Reisschnaps bereichert.

Statt Parolen mal eine Frage

Da sind die, die die Polizei gegen euch aufmarschieren lassen, sicher in ihren Bastionen unerschütterlicher Selbstgerechtigkeit.

Dialektik, zum Beispiel

Aber es geht auch anders. Die Bühne B spielt das klassenkämpferische Stück Y von dem Autor Z sehr wohl. Auch das ist nicht gut, ist gar nicht gut.

Prag ist eine andere Stadt

PAVEL KOHOUT: Es ist eine andere Stadt. Wenn ich „andere“ sage, soll das nicht heißen, daß es eine bessere oder schlechtere Stadt ist.

Was Mädchen so filmen

Der Autorenfilm ist tot, auch wenn einzelne Regisseure, die sich Sonderbedingungen haben schaffen können, noch Autorenfilme produzieren.

Der Mensch als Daumen

Wer bei der documenta nicht auf seine Kosten gekommen ist, der möge sich nach Darmstadt bemühen. Hier findet er, was ihm in Kassel aufs ganze gesehen vorenthalten, was ihm nur ausnahmsweise geboten wurde: „Menschenbilder“.

Kunstkalender

Auf der 3. documenta hatte Werner Haftmann demonstriert, wie er sich eine Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen unter höchsten Qualitätsansprüchen vorstellt.

ZEITMOSAIK

Gegen die „nahezu unbeschränkte Macht“ der Bundesprüfstelle protestieren mehrere prominente Schriftsteller und Verleger in einer in Hamburg veröffentlichten Erklärung: „Nach der Indizierung einer Reihe von eindeutig literarischen Büchern ist die Bundesprüfstelle unter ihrem neuen Leiter, Amtsgerichtsrat Jungeblodt, nach eineinhalb Jahren zum erstenmal wieder durch Maßnahmen gegen politische Zeitschriften hervorgetreten.

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